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Bildung Leipziger Uni kassiert jetzt bei Langzeit- und Zweitstudien
Leipzig Bildung Leipziger Uni kassiert jetzt bei Langzeit- und Zweitstudien
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15:31 08.09.2017
Fürs Zweitstudium und Langzeitstudierende wird an der Uni Leipzig ab Oktober eine Studiengebühr fällig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Kommilitonen, die die Regelstudienzeit erheblich überschreiten oder ein Zweitstudium absolvieren, werden an Leipzigs Uni künftig zur Kasse gebeten. Damit folgt die Alma mater einer Maßgabe des noch unter der einstigen schwarz-gelben Landesregierung beschlossenen Hochschulfreiheitsgesetzes. Der Uni-Senat hatte sich im Mai, Juni und Juli mit dem Thema befasst und seine generelle Ablehnung von Studiengebühren deutlich gemacht. Diese würden den Hochschulzugang weiter einschränken, monierte der Senat. Aufgrund der Rechtslage sah sich das Gremium letztlich aber gezwungen, die vom Rektorat vorgelegte Gebührenordnung zu billigen. Sie tritt zum 1. Oktober in Kraft.

Verankert ist darin eine Langzeitstudiengebühr von 500 Euro pro Semester, die in dieser Höhe gesetzlich fixiert ist. Sie wird beim Überschreiten der Regelstudienzeit um mehr als vier Semester fällig. Zum anderen müssen Immatrikulierte zahlen, die ein Zweitstudium an der Uni absolvieren. Und zwar 350 Euro pro Semester. Als Zweitstudium ist jene Ausbildung definiert, die nach dem ersten zu einem weiteren berufsqualifizierenden Hochschulabschluss führt und kein Masterstudiengang auf der Basis eines Bachelorabschlusses ist. Außerdem muss die Gesamtdauer der akademischen Ausbildung die Regelstudienzeit des bereits absolvierten Studiums um sechs Semester überschreiten. Die Höhe der Gebühr liegt im Ermessen der jeweiligen Hochschule. Die Technischen Unis in Dresden und Chemnitz verlangen ebenfalls 350 Euro, die Bergakademie Freiberg nur 300 Euro.

Uni-Kanzlerin Professorin Birgit Dräger kündigte an, dass „in begründeten Ausnahmefällen“ die Zweitstudiengebühr gemindert oder erlassen werden könne. Mit entsprechenden Anträgen befasse sich spezielles Team. Eingesetzt wird es vom Senat, der zugleich die Uni-Leitung aufforderte, gegenüber der Landesregierung auf die Streichung des Studiengebühren-Paragrafen zu dringen.

Der Studentenrat (Stura) forderte vom Rektorat, sich „auf allen Ebenen“ für ein generell gebührenfreies Studium einzusetzen. Mit Blick auf die schwarz-rote Landesregierung hieß es vom Stura, sie setze auf „Abschreckungsgebühren“, um die Studentenzahlen zu drücken. Wie berichtet, sieht der sächsische Hochschulentwicklungsplan für die Leipziger Uni eine drastische Reduzierung der Immatrikulationen ab 2020 vor. Derzeit sind rund 28000 Kommilitonen eingeschrieben, 2025 sollen es nur noch 23 000 sein.

Für eine steigende finanzielle Belastung der Studenten an der Alma mater sorgt auch die permanente Erhöhung des Semesterbeitrages. Im kommenden Semester beträgt er 206 Euro (vorher 202 Euro). Vor fünf Jahren waren es noch 114,50 Euro.

Mario Beck

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