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Bildung Leipziger Verein Rosalinde begrüßt offenere Sexualerziehung an Schulen
Leipzig Bildung Leipziger Verein Rosalinde begrüßt offenere Sexualerziehung an Schulen
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18:57 01.03.2016
Unterricht an einer Schule (Symbolbild)  Quelle: dpa
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Leipzig

 Der Orientierungsrahmen für die Familien- und Sexualerziehung wird überarbeitet, bestätigte das Kultusministerium gegenüber LVZ.de. Von 2006 ist der letzte Stand dieses Papiers. Jetzt gibt es Anpassungen. In der Aktualisierung soll laut des Ministeriums die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt deutlicher hervorgehoben werden. Der Leipziger Verein Rosalinde, der sich gegen die Diskriminierung von homo- und transsexuellen Menschen einsetzt, sowie die SPD als auch die Linke begrüßen diesen Schritt. Die CDU hält sich mit einer Stellungnahme zurück, da das Papier noch nicht offiziell vom Kultusministerium veröffentlicht wurde.

„Besonders zu begrüßen ist die explizite Bennenung nicht-heterosexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten jenseits von Männern und Frauen“, sagt Klemens Ketelhut, bildungspolitischer Sprecher des Leipziger Vereins Rosalinde. Für ihn sei dies ein Schritt in die richtige Richtung, gerade weil aktuelle Studien auf die Notwendigkeit ihrer Repräsentation am alltäglichen Leben und damit auch in der Schule hinweisen würden.

Außerdem würde fächerübergreifender Unterricht möglich, sodass nicht-heterosexuelle Lebensentwürfe in unterschiedlichen Schulfächern thematisiert werden können, so Ketelhut. Oliver Strotzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Sachsen, begrüßt dies: „Kinder und Jugendliche brauchen eine fachlich fundierte und pädagogisch reflektierte Begleitung in ihrer Entwicklung. Der fächerübergreifende Ansatz ist hier der richtige Schritt.“ Ein weiterer wichtiger Punkt der Überarbeitung sei die modernere Auffassung des Begriffs Familie. Er wird in der noch nicht finalen Version als Ort bezeichnet, an dem Erwachsene die Verantwortung für Kinder übernehmen.

Das Kultusministerium gibt gegenüber LVZ.de an, dass die endgültige Fassung noch im laufenden Schuljahr veröffentlicht werden soll. Der Orientierungsrahmen ist eine Ergänzung zu §36 des Schulgesetzes, der die Sexualerziehung definiert. Fortbildungsangebote für die Vermittlung des Themas sexuelle Vielfalt gebe es schon, weitere seien geplant. Da die Schnittstellen sehr groß seien, werde es keine unterrichtsfachspezifischen Weiterbildungen geben. In der Pädagogenausbildung soll dieses Thema laut Kultusministerium ebenfalls verstärkt einfließen.

Die Linke sieht den Schritt des Kultusministeriums positiv, weist aber dennoch auf kritische Punkte hin, bei denen ihr die bisherigen Änderungen des Orientierungsrahmens noch nicht weit genug gehen. Auch der Verein Rosalinde macht darauf aufmerksam. Unter anderem würde der Text laut Ketelhut, abgesehen von der zu Beginn vorgestellten Offenheit, sehr stark an der Zweigeschlechtlichkeit festhalten.

Außerdem weist der Verein Rosalinde auf die Relevanz außerschulischer Angebote hin. Von Jugendlichen würden diese gut angenommen, da sie Fragen an Personen ohne schulische Funktion stellen können. Bei den Projekten des Vereins seien zudem junge Menschen dabei, die von ihren eigenen Erfahrungen mit ihrer Sexualität berichten können.

Von as

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