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Bildung Leipziger Wolkenforscher nehmen neuen Windkanal in Betrieb
Leipzig Bildung Leipziger Wolkenforscher nehmen neuen Windkanal in Betrieb
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19:02 25.04.2017
Die Forscher Dennis Niedermeyer (links) und Jens Voigtländer arbeiten am weltweit einzigartigen Windkanal im Leipziger Wolkenlabor des Tropos-Instituts. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

 Die Einflüsse von Luftverwirbelungen auf Wolken können Wissenschaftler künftig im Labor erforschen. Am Wolkenlabor des Leipziger Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (Tropos) ging am Dienstag ein Windkanal dafür in Betrieb. Er ist Teil eines seit 2006 laufenden Projektes, bei dem unter Laborbedingungen zum Beispiel das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt wird. „Wie stark sich Turbulenzen auf Wolken auswirken, konnte bislang noch nicht untersucht werden“, sagte Frank Stratmann, Leiter der Abteilung Experimentelle Aerosol- und Wolkenmikrophysik am Tropos.

Der Kanal ist nach Tropos-Angaben weltweit einmalig. Die Kosten für den etwa zwölf Meter hohen Turm beliefen sich auf etwa eine Million Euro, Entwicklung und Bau dauerten etwa neun Monate. In dem Kanal können turbulente Wolken erzeugt, vermessen und per Laser sichtbar gemacht werden. „Mit einer Messplattform, die per Hubschrauber Messungen in realen Wolken erlaubt, und dem neuen Windkanal haben wir nun zwei Infrastrukturen zur Untersuchung von Prozessen in Feld und Labor“, sagte Tropos-Direktor Andreas Macke.

Blick in den Windkanal. Quelle: Kempner

Auch Folgen des Klimawandels werden untersucht

„Mit dem Kanal kann die Leibniz-Gemeinschaft internationale Spitzenforschung zu grundlegenden Fragen der Wolkenphysik vorantreiben“, sagte Vizepräsidentin Doreen Kirmse. Zum Beispiel könnten Ursachen und Auswirkungen des globalen Klimawandels besser untersucht werden. Außerdem könnten Wettervorhersagen präzisiert werden. Nach Ansicht von Wissenschaftlern sind Wolken entscheidend für das Klima auf der Erde, aber nur wenig erforscht.

Die Tropos-Experten untersuchen Wolken in aller Welt. Das geschieht sowohl im Labor als auch mit Expeditionen unter anderem in die Antarktis und die Arktis. Das Tropos mit seinen etwa 100 Mitarbeitern ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Sie verbindet in Deutschland 91 Forschungseinrichtungen. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18 600 Mitarbeiter, darunter 9000 Wissenschaftler. Sie werden von Bund und Ländern finanziell unterstützt. Der Gesamtetat liegt nach Angaben der Gemeinschaft bei 1,7 Milliarden Euro.

Von LVZ

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