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Bildung Leipzigs Musikschule „Johann Sebastian Bach“ feiert im Gewandhaus 60. Geburtstag
Leipzig Bildung Leipzigs Musikschule „Johann Sebastian Bach“ feiert im Gewandhaus 60. Geburtstag
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22:22 13.11.2011
Die Leipziger Musikschule "Johann Sebastian Bach" feiert ihren 60. Geburtstag. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Trotzdem ist dieses Mal alles völlig anders als sonst, wenn Straßenmusiker vor dem Gewandhaus – mehr oder weniger trefflich – für Einstimmung sorgen. Diese Musiker gehören zum Programm.

Und spätestens, wenn man sich hineingekämpft hat ins Gewandhausfoyer, wo eine gigantische Menschentraube versucht, die letzten der dieses Mal kostenlosen Eintrittskarten zu ergattern, weiß man: Heute ist hier alles anders.

Da ist man plötzlich gar nicht mehr so überrascht, wenn man von einem selbstsicher aufmarschierenden Zug von Grundschülern in Anoraks mitgerissen wird, vor ein Podium gespült, um das sich bereits stolze Eltern in kämpferischer Haltung drängen, um die Videokamera in die beste Position zu bringen für den ersten Auftritt von Filius oder Filia im Gewandhaus. Früh übt sich – und diese wackeren jungen Sänger sind Teilnehmer eines der jüngsten Projekte einer nunmehr ehrwürdigen Institution. Die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig wird 60. Und was passte da besser, als eines der frischesten Nachwuchsprojekte zu präsentieren – quasi als Vorband fürs Jugendsinfonieorchester, das immerhin schon 25 wird. Mit „Singt Euch ein“ fördert die Musikschule an zahlreichen Leipziger Grundschulen den Zugang zur Musik über die Stimme. Eine Auswahl der jungen Sänger kommt nun hier zusammen. Begeistert reißen sie die Arme in die Luft, klatschen, winken, stampfen und haben spürbar Spaß. Auf engem Raum drängen sich dazwischen die Schülerinnen der Tanzklassen und zeigen ein Niveau, das rundum überzeugt.

Mehr überzeugende Arbeitsproben aus dem Kammermusikbereich gibt es in allen Ecken des Gewandhauses in der langen Konzertpause. Bunt werden hier Vielfalt und Bandbreite präsentiert, und auch jenes wunderbare Wechselspiel des Anspruches, auf das Oberbürgermeister Burkhard Jung in seinen schönen Grußworten Bezug nimmt – von der Intention, „für den Hausgebrauch“ Musik machen zu können bis zur Professionalität.

Mit kurzweilig geistvollen und liebenswert kämpferischen Worten gratuliert Musikschuldirektor Frank-Thomas Mitschke seinem Publikum zur hartnäckigen Treue, weist auf die Bedeutung einer Kultureinrichtung mit über 7000 Schülern, rund 9000 Belegungen und einer 1000 Namen umfassenden Warteliste hin – Tendenz steigend, angesichts steigender Geburtenrate und sinkenden Eintrittsalters von vier Jahren auf vier Monate. Letzteres sei das Ergebnis des Ausbaus von Baby- und Kleinkindangeboten.

Musikmachen ist etwas für jeden – deshalb setzt sich der Musikschulchef nicht allein ans Instrument. Am zweiten Flügel nimmt LVZ-Kulturchef und Moderator des Festkonzertes Peter Korfmacher Platz. Gemeinsam stellen sie sich Darius Milhauds „Scaramouche“. Musik, die jungen Leuten Spaß machen muss, und Musik, die in ein Festkonzert gehört – anspruchsvoll und musikantisch präsentieren das fabelhafte Jugendsinfonieorchester unter Ron-Dirk Entleutner und die exzellente MSL Big Band unter Hubertus Böhm, gemeinsam mit Tänzerinnen und Tänzern sowie den bemerkenswerten Sängerinnen Kristin Jaschinski und Laura Böhm ein Programm, das für jeden etwas enthält, von Wagners Meistersinger-Vorspiel, über Bernsteins Candide, Count Basie, Stevie Wonder bis zu den Beatles.

Rund vier Stunden nachdem man sich in den Saal hineingekämpft hat, kämpft man sich wieder hinaus. Die allermeisten haben ausgehalten. Jubel. Spenden für den Förderverein. Trotzdem spürt man nach dieser Zeit, das auch Musikhören Arbeit ist.

Tatjana Böhme-Mehner

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