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Bildung Leipzigs OBM Jung: "Mir fehlt wirklich jedes Verständnis für das Finanzdiktat aus Dresden"
Leipzig Bildung Leipzigs OBM Jung: "Mir fehlt wirklich jedes Verständnis für das Finanzdiktat aus Dresden"
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11:46 22.01.2014
OBM Burkhard Jung auf dem Balkon seines Dienstzimmers im Neuen Rathaus. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagt im Interview, warum er das Spardiktat für die Hochschulen für einen völlig falschen Weg hält.

Frage:

Die Universität Leipzig muss kräftig sparen - was sagen Sie zu den Streichplänen?

Jung:

Mir fehlt wirklich jedes Verständnis für das Finanzdiktat aus Dresden. Die Universität ist in einem echten Dilemma. Und ich weiß auch von der Wissenschaftsministerin, dass sie im Grunde anders denkt und sich nun diesen Finanzvorgaben beugen muss. Ich halte das für ein völlig falsches Signal und an der falschen Stelle gespart. Sachsen schrumpft insgesamt. Die Wachstumszahlen in den Städten Dresden und Leipzig haben ja ganz wesentlich mit den Hochschulen und Universitäten zu tun - und genau da setzt man jetzt den Rotstift an.

Was bedeuten die Einschnitte für die Stadt Leipzig?

An den Zahlen werden wir es nicht groß merken, weil die Archäologie und die Theaterwissenschaften natürlich kleine Orchideenfächer sind. Im Gegenzug wird die Lehrerausbildung deutlich gestärkt. Aber ich glaube, das Signal ist ein falsches. Denn das Signal in die Forschungslandschaft heißt ja dann in der Tat, dass Bildung und Wissenschaft nicht den Stellenwert in Sachsen haben, wie wir uns das eigentlich wünschen. Deswegen hat die Universität meine Solidarität, wenn sie versucht, diese Schließungspläne abzuwenden. Das kann sie nur, wenn in Dresden noch einmal grundsätzlich über die finanzielle Ausstattung der Hochschulen nachgedacht wird.

Das heißt, aus ihrer Sicht sollten die Hochschulen in Sachsen besser finanziert werden als es jetzt der Fall ist?

Ja, meine feste Überzeugung ist, dass Sachsen gerade jetzt in Forschung, Bildung und Wissenschaft auch stellenmäßig und im Hinblick auf die Studierendenanzahl investieren muss, damit wir ein attraktives Bundesland sind, wo junge Menschen sich angezogen fühlen.

Werden Sie als Oberbürgermeister ihren Protest in Dresden anbringen?

Ich werde mit Sicherheit einen Brief an Frau von Schorlemer und Herrn Unland schreiben, dass wir da offensichtlich konträrer Ansicht sind. Und ich hoffe sehr, dass wir diese Hochschulpolitik in den nächsten Jahren korrigieren können.

Interview: Birgit Zimmermann, dpa

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