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Bildung Lernen mit Stephan Krawczyk - Liedermacher eröffnet DDR-Ausstellung in Leipzig
Leipzig Bildung Lernen mit Stephan Krawczyk - Liedermacher eröffnet DDR-Ausstellung in Leipzig
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01:00 09.11.2013
Liedermacher Stefan Krawczyk (mit Gitarre) und Lutz Rathenow eröffnen die Ausstellung zur DDR-Geschichte im Evangelischen Schulzentrum. Quelle: André Kempner

Er umrahmt mit seinen Liedern die Eröffnung der Ausstellung "Die DDR - Zwischen Repression und Widerspruch". Sie wurde von der Behörde des sächsischen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen erstellt und ist in Kooperation mit dem Leipziger Verein Archiv Bürgerbewegung nun erstmals in Leipzig zu sehen.

Der Liedermacher findet den richtigen Ton, um der jungen Generation, die die DDR-Geschichte nur vom Hörensagen kennt, verständlich zu machen. Er singt einige seiner alten Lieder, so den Song "Aufrecht Stehen", den er 1987 auch in der Leipziger Lukaskirche zu Gehör gebracht hatte. Auf Krawczyk geht in seinen Ausführungen zur Ausstellung Lutz Rathenow, Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen, ein: "Ab Januar 1988, als am Rande der staatstragenden Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin namhafte Bürgerrechtler verhaftet worden waren, hat der oppositionelle Widerstand in der DDR eine neue Qualität angenommen. Es gab landesweit Solidaritätsbekundungen für die Inhaftierten. Stephan Krawczyk und Freya Klier waren auch verhaftet und nach drei Wochen Knast in den Westen abgeschoben worden." Der Künstler heute dazu: "Wir wollten nicht weggehen, obwohl wir mit Berufsverbot belegt waren. Wir hatten aber zu wählen zwischen zwölf Jahren Gefängnis oder Abschiebung. Am 2. Februar 1988 waren wir mit zwei Plastiktüten im Westen angekommen."

In acht Kapiteln erzählt die Ausstellung "Zwischen Repression und Widerspruch" die Geschichte der DDR. Die chronologische Darstellung umfasst zentrale Ereignisse und öffnet den Blick für wenig bekannte Aspekte. Einzelschicksale geben der Geschichte ein Gesicht. Das Evangelische Schulzentrum wurde als Ort, in dem die Ausstellung gezeigt wird, nicht ohne Grund ausgewählt. Denn es ist schließlich selbst ein Kind der Friedlichen Revolution. Im Herbst 1989 hatte sich im Umfeld des Neuen Forums die Initiative "Freie Pädagogik" gegründet. Zusammen mit dem Christlichen Elternforum wurde ein Forderungskatalog zur Gründung einer freien evangelischen Schule aufgestellt. Im Oktober 1990 gründete sich der Verein "Freie christliche Schule Leipzig" mit dem Ziel des Aufbaues einer christlichen Bildungsstätte. Im Juli 1991 erfolgte die staatliche Anerkennung als Grundschule und Gymnasium.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013

Thomas Mayer

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