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Bildung Louise-Otto-Peters-Gymnasium - Connewitzer Eltern fordern Fachkabinette
Leipzig Bildung Louise-Otto-Peters-Gymnasium - Connewitzer Eltern fordern Fachkabinette
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23:59 29.06.2014
Die Idylle trügt: Von außen sieht das Louise-Otto- Peters-Gymnasium in Connewitz gut aus. Doch notwendige Bauarbeiten verzögern sich seit Monaten. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Doch die Arbeiten, die im Juli 2013 starten sollten, haben sich monatelang verzögert - ein Baubeschluss geht nun wahrscheinlich im September erneut in den Stadtrat, weil sich Abläufe geändert haben und die zunächst veranschlagte Bausumme von zwei Millionen Euro nicht ausreicht.

"Es hat erhebliche Fachdiskussionen um den Brandschutz gegeben. Das hat zu Verzögerungen geführt", sagt Abteilungsleiter Thomas Kuhnert vom Amt für Jugend, Familie und Bildung, auf Anfrage. Es wurde auch geprüft, die Schule während der Bauzeit auszulagern - das ist nun aber vom Tisch. Schulleiter Uwe Loibl bedauert die Verzögerung. "Für uns ist aber trotzdem ein Gewinn, dass wir nun einen ordentlichen Speisesaal bekommen." Die Turnhalle sei gesperrt, Sportunterricht finde in der Raschwitzer Straße statt. Die Schulbibliothek wandere ins Haupthaus - anstatt in die ehemalige Hausmeisterwohnung wie bei der ursprünglichen Planung. Laut LVZ-Informationen ist nun von Baukosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro die Rede. Von einer Gesamt-Reko, so betonen Stadt und Schulleiter unisono, sei aber nie die Rede gewesen.

"Das Geld könnte trotzdem viel effektiver eingesetzt werden, um mehr für die Schule zu erreichen", ist Elternvertreterin Katrin Bachmann überzeugt. Viele Probleme wie unzumutbare hygienische Bedingungen - etwa die "Rinne" auf der Jungentoilette -, Sturzgefahr auf dem Schulhof, veraltete Leitungen oder nasse Keller bleiben ungelöst. Ein Arbeitskreis der Eltern fordert mehr Mitsprache ein, macht auch selbst Vorschläge. Einer davon: Am Standort der ehemaligen Mädchenturnhalle parallel zur künftigen Mensa könnte ein Neubau für Fachkabinette entstehen. Architekt Wolf-Heiko Kuppardt - ein Vater - hat einen Vorschlag: Ein Anbau könnte Platz im Haupthaus schaffen, es müssten geringere Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Der Vorteil: Statt drei könnten künftig vier Parallelklassen unterrichtet werden.

Verschiedene Eltern fordern inzwischen eine "ganzheitliche Planung" für das Haus, das in den Vorjahren häufig umgebaut wurde. Bis zum Schuljahresende 2005/06 wurde es als Theodor-Mommsen-Gymnasium genutzt, danach kam ein Berufliches Schulzentrum hin- ein. Seit 2011 wird das Haus wieder zum Gymnasium "umfunktioniert" - was auch mit inzwischen strengeren Brandschutzauflagen verbunden ist. "Es kann nicht sein, dass an einem Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Profil Fachkabinette für Physik oder Chemie fehlen", sagt Bachmann. Hintergrund: Die vor drei Jahren eingeschulten Fünftklässler kommen nun in die Achte. Auch Schulelternsprecher Jan Heiner hat bereits Briefe geschrieben, um Fachkabinette einzufordern. Ohne die kann nun mal an einem Gymnasium "nicht lehrplangerecht" unterrichtet werden.

Die Kabinette sollen laut Kuhnert bis Oktober 2015 eingerichtet werden - eins ab neuem Schuljahr. Gebaut wird voraussichtlich ab Oktober 2014 ein Jahr lang bei laufendem Unterrichtsbetrieb. Eine Mitbestimmung der Eltern bei den Baumaßnahmen sei nicht vorgesehen. Denn die Stadt beauftrage externe Büros, stehe ohnehin unter Zeitdruck, um ausreichend Unterrichtsräume bei der wachsenden Schülerzahl bereitstellen zu können. "Natürlich ist es gut, wenn fachlich bewanderte Eltern ihre Ideen einbringen", sagt Kuhnert: "Viele schlagen vor, die Dächer der alten Gebäude auszubauen. Auch das ist sicherlich möglich. Wir können aber nur dass umsetzen, was wir auch finanzieren können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2014

Orbeck, Mathias

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