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Machtwort von Sozialministerin Clauß - Apothekerausbildung bleibt in Leipzig

Machtwort von Sozialministerin Clauß - Apothekerausbildung bleibt in Leipzig

Gute Nachricht für die Region: Im Ringen um die Apothekerausbildung im Freistaat hat Sozialministerin Christine Clauß (CDU) ein Machtwort gesprochen: Das Institut für Pharmazie mit Sitz in Leipzig soll erhalten bleiben.

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Das Institutsgebäude der Pharmazie.

Quelle: Andreas Lamm

Leipzig/Dresden. Damit ist die Zukunft von Studenten und Lehrkräften vorerst gesichert.

Schon im Vorfeld hatte Ministerin Clauß durchblicken lassen, dass sie über die geplante Abwicklung des kleinen, aber feinen Instituts nicht sonderlich erfreut ist - aus „versorgungspolitischen Gründen“. Erst aber sollten alle Argumente geprüft werden, vor allem die von Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die für das Aus plädiert. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung ist nun gestern die Entscheidung gefallen: für den Erhalt.

Entsprechend hat Clauß ihre Kabinettskollegin informiert. Dabei besitzt Clauß ein Veto-Recht, ohne ihre Zustimmung läuft nichts. Und eben diese hat sie nun verweigert. Damit geht Clauß auf Konfrontationskurs zu von Schorlemer, die der Uni Leipzig zuvor die Daumenschrauben angelegt hatte. Die Forderung der Wissenschaftsministerin lautete: Die Uni solle doch in den kommenden drei Jahren 72 Stellen streichen, aus Kostengründen.

Auf dieses Spardiktat hatte die Uni-Leitung mit einem schlichten Beschluss reagiert. Das Institut für Pharmazie sei arg klein, müsse sowieso ausgebaut werden. Doch dafür, so das Argument von Rektorin Beate Schücking, fehle das Geld. In Halle, wo ebenfalls Apotheker ausbildet werden, rieben sich die Verantwortlichen schon mal vorsorglich die Hände, und manchem in der schwarz-gelben Staatsregierung dürfte es auch ganz recht sein - weil es die ehemalige Karl-Marx-Uni trifft.

Clauß allerdings sieht die Lage anders, und sie bekommt Rückendeckung vom Präsidenten der Apothekerkammer, Friedemann Schmidt. Der hat schon vor Wochen betont, er halte das geplante Instituts-Aus für einen „eklatanten Fehler“. Zwar wäre auch eine verbindliche Zusammenarbeit mit der Uni Halle möglich gewesen. „Das aber ist nur die zweitbeste Lösung“, hat er betont. Denn dafür sei ein Staatsvertrag nötig, und ob der überhaupt zustande gekommen wäre, sei äußerst fraglich.

Diese Variante ist jetzt vorerst vom Tisch. Zwar dürfte sich noch das Kabinett mit dem Thema beschäftigen, doch die Argumente von Clauß und Schmidt sind klar. Ihnen geht es um den Erhalt der medizinischen Versorgung in Sachsen - vor allem auf dem Lande. Gerade dort droht ein eklatanter Mangel. Grund: Laut Verbänden gehen rund 580 Apotheker bis 2030 in Ruhestand, eine flächendeckende Arzneimittelversorgung wird zunehmend zum Problem. Das sieht Clauß genauso. Schließlich stammt die Sozialministerin nicht nur aus Leipzig, sie ist als gelernte Krankenschwester auch mit den Sorgen der Menschen vertraut.

Entsprechend gibt sie von Schorlemer Kontra. Der Freistaat, schreibt Clauß, stehe vor erheblichen demografischen Herausforderungen. Eine älter werdende Bevölkerung habe „einen zunehmenden Bedarf an medizinischer Versorgung“ - und an Beratung. Folge: „Es ist nicht nachzuvollziehen, warum sich demgegenüber der Freistaat Sachsen im Bereich der Pharmazie nun aus der Ausbildung und damit letztlich aus der Möglichkeit der unmittelbaren Steuerung verabschieden soll.“ Die Uni Leipzig verfüge über ausreichend Möglichkeiten, den Abbau-Vorgaben an anderer Stelle zu genügen.

Jürgen Kochinke

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