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Bildung Master Journalismus an der Uni Leipzig mit Neustart
Leipzig Bildung Master Journalismus an der Uni Leipzig mit Neustart
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16:36 07.05.2018
Der reformierte Master Journalismus an der Uni Leipzig startet im Wintersemester. Quelle: dpa
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Leipzig

Er war einst ein Vorzeigestudiengang mit einer langen Tradition, doch zuletzt produzierte der Masterstudiengang Journalistik an der Uni Leipzig nur noch Negativschlagzeilen. Nun wagen die Verantwortlichen einen Neustart. Nach einem einjährigen Immatrikulationsstopp hat Anfang Mai die Bewerbungsphase für den reformierten Studiengang begonnen.

Nach einem Auswahlverfahren sollen ab dem Wintersemester 2018/19 wieder 20 Studierende als Journalisten ausgebildet werden. Vorausgegangen war dem Neustart die Arbeit einer Reformkommission, die den Studiengang gründlich umgekrempelt hat: So soll der Fokus neben der grundlegenden journalistischen Ausbildung künftig auf informatikwissenschaftlichen Kenntnissen liegen.

Bewerbungsphase läuft

Zudem soll es ein sogenanntes „Innovationsprojekt“ geben. „In den Projekten bearbeiten die Studierenden insbesondere die Bereiche Crossmedia-, Online-, Social-Media- oder Mobil-Journalismus“, sagt Junior-Professor Markus Beiler. Unverändert bleiben soll hingegen das in den Master integrierte einjährige Volontariat bei einem Medienbetrieb.

Professor Beiler ist positiv gestimmt, dass der reformierte Studiengang ein Erfolg wird. Die Bewerbungsphase läuft noch bis Ende Mai. „Wie die Resonanz bisher ist, können wir noch nicht sagen. Allerdings gibt es mehr Anfragen zum Master an die Uni als jemals zuvor“, sagte Beiler zu LVZ.de.

Machill nicht mehr dabei

Beiler wird künftig die Studiengangsleitung übernehmen. Der bisherige Leiter der Abteilung Journalistik, Marcel Machill, wird hingegen keine Lehrveranstaltungen im Master mehr geben. Er soll künftig nur noch Journalistik im Bachelor-Studiengang Kommunikations- und Medienwissenschaften (KMW) unterrichten.

Auch Machill war Mitglied der Reformkommission. Zuletzt hatte er sich allerdings öffentlich wiederholt gegen Änderungen im Master gewandt und sieht „die umfassende Journalistenausbildung an der Universität Leipzig endgültig zerstört“.

Weniger Bewerbungen

Offiziell begründet wurde die Reform des Studienganges mit zurückgegangenen Bewerbungszahlen. Doch hinter den Kulissen hatte es wohl auch massive Konflikte innerhalb der Abteilung Journalistik gegeben. Seit Jahren wurde Machill von Studenten zudem ein autoritärer Lehrstil unterstellt. Auch von Seiten der Uni und von ehemaligen Mitarbeitern der Abteilung Journalistik hagelte es Kritik an Professor Machill.

Daneben war der Studiengang seit Jahren geschrumpft. Personal und Studienplätze wurden abgebaut, die Stellung des traditionsreichen Studiengangs innerhalb der KMW war immer stärker zurückgegangen.

Wirklich zurückgenommen wurde der Personalabbau auch im reformierten Studiengang – der „Journalismus“, statt „Journalistik“ heißen wird – nicht. So werden verschiedene Lehrveranstaltungen in andere Fachbereiche ausgegliedert. Allerdings soll es bald eine neue Juniorprofessur geben. Auch Beiler wird langfristig am KMW-Institut bleiben.

Von luc

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