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Bildung Max-Planck-Direktorin Tania Singer tritt zurück
Leipzig Bildung Max-Planck-Direktorin Tania Singer tritt zurück
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11:15 05.12.2018
Neurowissenschaftlerin Tania Singer. Quelle: Sven Döring
Leipzig

Die Psychologin Tania Singer ist als Direktorin des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften zurückgetreten. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) bestätigte gegenüber der Leipziger Volkszeitung einen entsprechenden Bericht des Online-Portals „Buzz Feed News Deutschland“. In der Stellungnahme der MPG-Zentrale in München heißt es: „Um eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden und allen Beteiligten die Rückkehr zu konzentrierter wissenschaftlicher Arbeit zu ermöglichen, haben die Max-Planck-Gesellschaft und Frau Singer vereinbart, dass Frau Singer ihre Leitungsfunktion als Direktorin von sich aus niederlegt.“

Wie berichtet, haben im August und September dieses Jahres Mobbing-Vorwürfe gegen die 48-jährige Wissenschaftlerin international Schlagzeilen gemacht. Pikant an den Anschuldigungen war, dass Singer ihre bis dahin hohe wissenschaftliche Reputation als Fachfrau für menschliches Mitgefühl erlangt hatte. Zunächst hatte die US-Fachzeitschrift „Science“ Mitarbeiter der Leipziger Abteilung Soziale Neurowissenschaft, die Singer bis jetzt offiziell leitete, zu Wort kommen lassen. Wegen des Konflikts befand sich die Forscherin bereits seit Ende 2017 in einem Sabbatjahr.

Dem Schreiben zufolge hat MPG-Präsident Martin Stratmann im September eine Kommission zur Klärung der Vorwürfe eingesetzt. „Diese hat im November 2018 einen Bericht vorgelegt, der erhebliches Führungsfehlverhalten bestätigt“, heißt es in der Stellungnahme. Dagegen bestehe kein Anlass, „ein Verfahren wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens einzuleiten“.

An den 84 Max-Planck-Instituten (MPI) in Deutschland forschen insgesamt mehr als 300 Direktoren. Ein solcher Posten gilt als einer der begehrtesten Aufgaben im bundesdeutschen Wissenschaftssystem und ist mit großem Handlungsspielraum verbunden. Der Rücktritt eines MPI-Direktoren ist daher sehr selten, Entlassungen sind nur schwer möglich. Im konkreten Fall wird Singer nach Angaben der MPG „ihre Tätigkeit als Wissenschaftlerin ohne Leitungsfunktion außerhalb des Leipziger Instituts in kleinem Rahmen fortsetzen“.

Von mwö

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