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Bildung Mehr Stellen bei Sozialberatung: Studentenwerk stärkt Angebote für 4000 junge Eltern
Leipzig Bildung Mehr Stellen bei Sozialberatung: Studentenwerk stärkt Angebote für 4000 junge Eltern
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23:59 03.03.2015
Papa und Student Frank Ursin (28) ist froh, dass er für Friedrich (4) und Leander (1) Plätze in der neuen Studentenwerk-Kita am Gutenbergplatz bekommen hat. Quelle: André Kempner
Leipzig

"Daten dazu werden nicht erfasst. Doch wir merken deutlich, dass die Zahl der studierenden Eltern steigt. Schon allein daran, dass unsere Angebote für sie immer stärker nachgefragt werden."

Der Verwaltungsrat der gemeinnützigen Einrichtung habe daher soeben beschlossen, die Sozialberatung von gut einer auf zwei volle Stellen aufzustocken. Das ist die zentrale Anlaufstelle für studentische Eltern: Sie berät zur Finanzierung und Organisation des Studiums, auch zur Kinderbetreuung.

Mitsamt einer neuen Einrichtung am Gutenbergplatz bietet das Studentenwerk nun 278 Kita-Plätze an. "Besonders für den Krippenbereich gibt es lange Wartelisten", berichtet Diekhof. Außerdem werde eine stundenweise Betreuung im "Kinderladen" an der Uni offeriert. Dort gibt es acht Plätze - vor allem für Kommilitonen, die während der Elternzeit ausgewählte Fachveranstaltungen oder die Bibliothek besuchen wollen. Mit dem Verein "Studentische Eltern Leipzig" laufen derzeit Verhandlungen über eine Vergrößerung der "Zappelkiste" im Wohnheim Nürnberger Straße. Dort helfen sich Kommilitonen gegenseitig bei der Kinderbetreuung - die Räume stellt das Studentenwerk kostenlos zur Verfügung.

Wachsender Beliebtheit erfreue sich die Kinderkarte. Mit ihr können Studierende für jedes Kind (bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr) täglich eine warme Gratis-Mahlzeit in den Mensen und Cafeterien erhalten. 7225 Portionen gingen so 2014 kostenlos über die Küchentheken. In vielen Objekten gibt es Spielecken, Wickeltische, auch Stillräume.

Wegen einer Novellierung des Sozialgesetzbuches fällt ab dem Sommersemester 2015 der sogenannte Kinderbonus weg. Dabei handelte es sich um einen Zuschuss für sozial schwache Eltern: zwischen 80 und 150 Euro pro Kind und Semester. Bislang wurde dieses Geld, das aus den Semesterbeiträgen der Studierenden stammte, aber oft bei anderen Sozialleistungen (wie Hartz IV im Urlaubssemester rings um den Geburtstermin) wieder abgezogen. "Es kann nicht sein, dass die Studierenden mit ihren Beiträgen die Staatskasse entlasten", sagt Dominik Schwarz, Referent für Soziales im Studentenrat der Universität. Er findet, Land und Bund müssten dafür sorgen, dass das Kinderkriegen nicht zur wirtschaftlichen Bedrohung wird. "In Leipzig wird schon viel für Eltern getan. Ich habe vorher in Münster studiert. Dort war das Thema noch gar nicht erkannt."

Um den Wegfall des Kinderbonus abzufedern, hat das Studentenwerk seinen Härtefonds mehr als verdoppelt. Die Obergrenze für zinslose Kredite aus diesem Topf wurde gestrichen, so Diekhof. "Härtefälle werden wir künftig sehr unbürokratisch über den Fonds auffangen, auch wenn er den Kinderbonus nicht in jedem Fall kompensieren kann."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 4. März 2015

Jens Rometsch

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