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Bildung Mehr Straftaten an Sachsens Schulen – Grüne: Lehrerpersonal ist unterbesetzt
Leipzig Bildung Mehr Straftaten an Sachsens Schulen – Grüne: Lehrerpersonal ist unterbesetzt
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15:39 15.12.2016
Mobbing auf dem Schulhof. (nachgestellte Szene, Symbolfoto)  Quelle: dpa
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Leipzig

 In Sachsens Schulen nehmen Straftaten von Schülern offenbar zu. Wie Bildungsministern Brundhild Kurth (CDU) auf Nachfrage der grünen Landtagsabgeordneten Petra Zais auflistete, wurden 2015/2016 im gesamten Freistaat 3822 Fälle in Bildungseinrichtungen oder auf Schulhöfen zur Anzeige gebracht. Im Schuljahr davor waren es noch 415 registrierte Delikte weniger. In jeder sächsischen Lehranstalt gab es somit durchschnittlich etwa zwei Straftaten pro Schuljahr.

Vor allem in Mittel- und Oberschulen stieg die Zahl der Straftaten vergleichsweise stark an: Mit 1081 Anzeigen wurden dort zuletzt 241 mehr registriert als noch im Schuljahr davor. Ebenfalls nach oben gingen die Fallzahlen im Schuljahresvergleich in Grundschulen (+ 67), in Gymnasien (+ 109) und auf Schulhöfen (+ 104).

In Teilbereichen der Statistik gibt es allerdings auch erfreulichere Entwicklungen: An Berufsschulen, Waldorf- und Förderschulen mussten zuletzt etwas weniger Straftaten von Schülern zur Anzeige gebracht werden.

Auflistung von Sachsens Kultusministerin Brundhild Kurth (CDU) zu Straftaten in den Schulen des Freistaates. Die Daten entstammen nach Behördenangaben dem Polizeilichen Auskunftssystem. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Diebstähle, Sachbeschädigung, Körperverletzung

Eine genaue Aufschlüsselung, welche Art von Straftaten die Schüler wie oft begangenen haben, gibt es aus dem Sächsischen Kultusministerium nicht. Laut Kurth rangieren Diebstähle, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen zumindest ganz oben auf der Liste. Ebenfalls offen lässt die Unionspolitikerin Angaben zur Dunkelziffer von nicht angezeigten Straftaten und zur registrieren Zahl von Schüler-Attacken auf Lehrkräfte.

Insofern kritisiert Petra Zais die Angaben der Ministerin am Donnerstag auch als ungenügende, als „halbe Wahrheit“: „Das spricht wohl für die Annahme der Polizeigewerkschaft, die davon ausgeht, dass die Meldezahlen der Straftaten an den Schulen nicht der Realität entsprechen und es eine viel höhere Dunkelziffer gibt“, erklärte die Grünen-Politikern. Die Zahl der erfassten Straftaten auf Schulhöfen sei besonders hoch, vor allem auch, weil die Schüler aufgrund von Unterbesetzung beim Lehrerpersonal nicht ausreichend beaufsichtigt werden könnten.

Zais forderte nicht nur eine verbesserte Datenerfassung, sondern eine Sensibilisierung der Lehrkräfte im Umgang mit Straftaten und Gewalt. „Hier existieren noch viele Unsicherheiten. Den Schülerinnen und Schüler sollten die Konsequenzen strafrechtlichen Verhaltens stärker als bisher deutlich gemacht werden und auch die Eltern sind in die Prävention mit einzubinden“, so die Landtagsabgeordnete weiter.

Von mpu

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