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Mehr als 40 Flüchtlinge Gasthörer an Unis in Sachsen

Wirtschaft und Technik beliebt Mehr als 40 Flüchtlinge Gasthörer an Unis in Sachsen

An vielen Hochschulen in Sachsen können Flüchtlinge kostenlos als Gasthörer studieren. Im Freistaat, in Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzen bereits mehr als 100 Menschen diese Chance.

Flüchtlinge bei einer Infoveranstaltung der Uni Hamburg. In Mitteldeutschland nutzen mittlerweile rund 100 Menschen die Chance, kostenlos als Gasthörer zu studieren.

Quelle: dpa

Dresden. - Flüchtlinge in Sachsen nutzen immer häufiger die Möglichkeit, als Gasthörer an einer Hochschule zu studieren. An der Technischen Universität (TU) Dresden sind es derzeit 33. Vor einigen Wochen seien es nur drei gewesen, sagte TU-Sprecher Mathias Bäumel der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt studieren bereits mehr als 40 Flüchtlinge als Gasthörer an sächsischen Universitäten und Hochschulen, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Fast alle Asylsuchenden mit Gasthörerstatus sind in Dresden eingeschrieben. Neben den 33 Flüchtlingen an der TU studieren acht an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Zwei Flüchtlinge als Gasthörer gibt es an der Universität Leipzig, eine Gasthörerin an der Hochschule Zittau/Görlitz. In Freiberg studieren an der Technischen Universität vier ausländische Gasthörer, wobei nicht genau erfasst wird, ob es sich dabei um Flüchtlinge handelt.

Die meisten Asylsuchenden an der TU Dresden kommen aus Syrien. Weitere Herkunftsländer sind laut Angaben Pakistan, Libanon, Somalia und Libyen. Frauen sind nicht darunter. Zielgerichtet auf einen bestimmten Berufswunsch sei die Gasthörerschaft oft nicht, sagte Sprecher Bäumel. „Viele Flüchtlinge sind froh, wenn sie sich beschäftigen können und so ihre Zeit sinnvoll verbringen.“

Technik und Wirtschaft beliebt

Mitarbeiter der Uni besprechen mit den Flüchtlingen, welche Veranstaltungen in Frage kommen. „Es wäre ja sinnlos, wenn man sich irgendwo reinsetzt und nicht begreift, worum es geht“, so Bäumel. Besonders beliebt bei den Flüchtlingen seien Lehrveranstaltungen in den Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften. Noch seien es häufig fehlende Sprachkenntnisse, die Flüchtlinge vom Studium abhalten.

An der HTW Dresden besuchen die Gasthörer ausschließlich englischsprachige Veranstaltungen wie etwa die Ringvorlesung „Introduction to Business in Germany“. Die Gasthörerschaft ist für die Flüchtlinge - wie an den meisten Hochschulen und Universitäten im Freistaat - kostenlos.

An der Uni Leipzig studieren derzeit zwei Flüchtlinge aus Syrien und Pakistan. Sie belegen Lehrveranstaltungen in der Wirtschaftswissenschaft und der Klassischen Archäologie. An der Hochschule Zittau/Görlitz absolviert eine Gasthörerin eine Studienvorbereitung.

Interesse auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzen Flüchtlinge das Angebot. An den Universitäten in Halle und Magdeburg haben sich zum Wintersemester 2015/16 insgesamt rund 50 Flüchtlinge als Gasthörer eingetragen. Allein an der Martin-Luther-Universität in Halle haben 44 Flüchtlinge Gasthörerstatus, darunter 13 Frauen. Die meisten von ihnen kommen nach Angaben einer Universitätssprecherin aus Syrien und dem Iran.

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind es im Wintersemester gegenwärtig 20. „Das Interesse an dem kostenlosen Programm ist groß“, sagte Universitätssprecher Axel Burchardt. Das Spektrum bei den Anmeldungen reiche von Angewandter Biologie bis Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die meisten Gasthörer - Männer wie Frauen - kämen aus Syrien. An der Fachhochschule Erfurt haben sich zwölf Gasthörer eingeschrieben. Die Bauhaus-Universität Weimar, die etwa Architektur und Medienkunst bietet, hat einen Flüchtling als Gasthörer - in der Fakultät Gestaltung.

Sollte ein richtiges Studium folgen, gelten für Flüchtlinge die gleichen Anforderungen wie für alle ausländischen Studenten. Benötigt wird dann auch eine Hochschulzugangsberechtigung, nach der bei einer Gasthörerschaft nicht gefragt wird.

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