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Bildung Mit dem Flugzeug über Brasilien: Leipziger Forscher untersuchen Entstehung von Wolken
Leipzig Bildung Mit dem Flugzeug über Brasilien: Leipziger Forscher untersuchen Entstehung von Wolken
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22:26 07.10.2014
Mit dem Forschungsflugzeug HALO untersuchen Forscher der Uni Leipzig Wolken über Brasilien. Quelle: Manfred Wendisch
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Leipzig

In 14 Messflügen sammelten sie Informationen über die Wolkentürme.

Ziel der Messkampagne war es herauszufinden, wie Gase, Tropfen und Eiskristalle, Wind und Sonne in der Atmosphäre wirken und welchen Einfluss sie auf die Wolkenbildung haben, hieß es in einer Mitteilung. Dafür flogen die Wissenschaftler an Bord des Forschungsflugzeugs HALO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt nah an Gewitterwolken heran und in die großen Wolkenformationen hinein.

In siebenstündigen Missionen bewegte sich die Maschine in bestimmten Flugmustern in niedriger Höhe über dem Boden oder stieg bis zu 15 Kilometer hinauf. Mit leistungsstarken Messgeräten sammelten die Wissenschaftler umfangreiche Daten über die Zusammensetzung und Eigenschaften der Luft und Wolken. Eine Herausforderung seien nicht nur die Turbulenzen, sondern auch die Temperaturunterschiede von bis zu 100 Grad Celsius gewesen. Am Boden in Brasilien herrschten um die 35 Grad Celsius während in der oberen Troposphäre minus 65 Grad Celsius gemessen wurden.

Erste Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Wolken in reiner Luft, wie über dem Regenwald, und in verschmutzter Luft, wie über der Millionenstadt Manaus (Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas) sowie über Brandrodungsgebieten: „Verschmutzte Wolken enthalten um ein Vielfaches mehr, aber dafür kleinere Wassertröpfchen als saubere Wolken“, erklärt Manfred Wendisch vom Institut für Meteorologie der Uni Leipzig und Koordinator des Projektes. Verschmutzte Wolken erscheinen heller, denn die kleineren Tropfen reflektieren mehr Sonnenlicht als große.

Jetzt wollen die Forscher in der Datenauswertung genauer herausarbeiten, wie Wolken entstehen und welche Auswirkungen Luftverschmutzung auf das Wetter und das Klima hat.

Susanne Weidner

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