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Bildung Modell Europa Parlament in Leipzig eröffnet: "Bringt mehr als eine Woche Schule"
Leipzig Bildung Modell Europa Parlament in Leipzig eröffnet: "Bringt mehr als eine Woche Schule"
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17:51 07.11.2012
Julian Bergler begrüßte rund 80 Jugendliche zur Eröffnung des Modell Europa Parlament (MEP) in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Sie alle werden Politik in Leipzig machen: Das „Modell Europa Parlament“ tagt in Leipzig. Und Bergler wird die Jugend-Sitzung der Baltischen Staaten leiten.

Die jungen Leute haben sich in Schale geworfen. Dunkle Jacketts, weiße Hemden, Schlips und Kragen. Bergler hat sich für einen grauen Anzug entschieden. Der Student der Volkswirtschaft hat als ehemaliger Schüler des Leipziger Reclam-Gymnasiums Erfahrung mit dem „Modell Europa Parlament“ (MEP). Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich Steffi Kruschel, Reclam-Lehrerin für Gemeinschaftskunde, Recht und Wirtschaft, für die Politik-Simulation unter realistischen Bedingungen. Sie war es auch, die den Anstoß gab, die MEP-Sitzung der Ostsee-Anrainerstaaten (inklusive Belgien und Österreich) nach Leipzig zu holen.

Leipzig. Für Student Julian Bergler ist das ein großer Tag. Halb Europa ist am Mittwoch im Bundesverwaltungsgericht versammelt. Finnland, Dänemark und Schweden. Außerdem Polen und Estland, Österreich und Belgien – insgesamt 80 Delegierte, die meisten deutlich unter 20 Jahren. Sie alle werden Politik in Leipzig machen: Das „Modell Europa Parlament“ tagt in Leipzig. Und Bergler wird die Jugend-Sitzung der Baltischen Staaten leiten.

„Die Idee hatten wir bei einer Zugfahrt von Danzig zurück nach Leipzig“, erzählt Bergler am Mittwoch. Bis zum Sonntag werden die Staaten-Delegationen in Gruppen um Lösungen für aktuelle Probleme ringen: Jugendarbeitslosigkeit oder der sinnvolle Einsatz sozialer Netzwerke für die Demokratie sind nur zwei Themen, über die bis Sonntag in Leipzig gestritten wird.

MEP bringt mehr als eine Woche Schule

„Man lernt in dieser Woche MEP so viel mehr, als in einer Woche Schule“, sagt Bergler. Debattieren und Kompromisse schließen, andere Meinungen respektieren, eigene Ziele durchsetzen, „und dazu können wir untereinander Freundschaften mit Jugendlichen aus vielen Ländern schließen“, beschreibt er. Europapolitik einmal nicht als Bürokratiegespenst, sondern als „Herzensangelegenheit“.

„Viele sagen, das Europaparlament sei nicht mächtig genug. Aber ihr zeigt, dass ihr an euch glaubt – und an das europäische Parlament“, sagte Marion Eckertz-Höfer, Präsidentin des Bundesverwaltungesgerichts, am Mittwoch zur feierlichen Eröffnung des MEP. Gabriele Goldfuß vom Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig, erinnerte daran, dass der Friedensnobelpreis für die EU gleichzeitig ein ständiger Auftrag für alle bleibt.

Europa abseits der Euro-Krise

 „In den Medien hören wir meist von den kritischen Seiten der Europäischen Union“, sagte Goldfuß. Aber es gehe um mehr als den Euro und seine Krise. „Europa ist eine vielversprechende Vision, durch die unsere Wirtschaft, unsere Umwelt und unsere Kultur weiterentwickeln wird“, sagte sie. Goldfuß legte den Jugendlichen Leipzig als Ort der Friedlichen Revolution ans Herz, der durch seine Geschichte eine wichtige Bedeutung für das erweiterte und vereinigte Europa habe.

Per Stadtrundgang und Ausflug in den Braunkohle-Tagebau werden die MEP-Teilnehmer einen Eindruck von der Region gewinnen. Die meiste Zeit werden sie aber in ihren Delegationen verbringen und arbeiten, bis zur großen Präsentation der fünf Themen-Resolutionen am Samstag, wenn das MEP im Hochhaus der Sparkasse zu Gast ist. Der Präsident der Generalversammlung darf die große Abschlussdebatte eröffnen: Noch einmal Auftritt Julian Bergler. Es wird ein großer Tag für ihn werden.

Mehr Infos: www.mepbsr.org

Evelyn ter Vehn

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