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Bildung Monika Harms zieht sich als Vorsitzende des Uni-Hochschulrates in Leipzig zurück
Leipzig Bildung Monika Harms zieht sich als Vorsitzende des Uni-Hochschulrates in Leipzig zurück
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23:59 16.02.2014
Monika Harms (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Auf LVZ-Anfrage bestätigte die 67-jährige Juristin, die auch lange den Leipziger Senat des Bundesgerichtshofes leitete, dass sie ihr Amt in dem Aufsichtsgremium niederlege. „Ich stehe noch bis zum 30. Juni zur Verfügung, dann ist Schluss."

Nach der mehr als zweijährigen und bisher erfolglosen Suche nach einem neuen Kanzler für die Universität wird nun auch ein anderer Spitzenposten vakant. Monika Harms, die noch unter dem Rektorat von Franz Häuser im Frühjahr 2010 im damals neu berufenen Hochschulrat an dessen Spitze gewählt worden war, verlässt dieses Gremium. „Ich habe meine Entscheidung schon vor Längerem auch dem sächsischen Wissenschaftsministerium mitgeteilt und um Entpflichtung für Ende Juni gebeten", erklärte Harms auf Anfrage. Damit sei sie den zeitlich-rechtlichen Vorgaben in einem solchen Falle nachgekommen. Demnächst werde sie persönlich mit Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) sprechen und ihre Beweggründe für den Rücktritt noch einmal detailliert darlegen. „Öffentlich werde ich mich dazu jetzt nicht äußern", so die Professorin mit CDU-Parteibuch.

Aber es ist mittlerweile ein offenen Geheimnis, dass die Chemie zwischen ihr und Rektorin Beate Schücking (58) nicht stimmt. Beide seien sich in herzlicher Abneigung verbunden, heißt es in Uni-Kreisen. Vor der Wahl Schückings zur Rektorin hatte sich das Zerwürfnis noch nicht angedeutet. Im Oktober 2010 waren sie und die damalige Präsidentin der Uni Potsdam, Sabine Kunst, als Kandidatinnen für das Rektorenamt nominiert worden und Harms kommentierte. „Es handelt sich um zwei gleichrangige Bewerberinnen, egal welche gewählt wird, es wird eine gute Wahl für unsere Universität sein." Schücking, die von der Uni Osnabrück kam, gewann die entscheidende Senatsabstimmung im November 2010 und erhielt im März 2011 die Ernennungsurkunde.

Fortan luden sich die Spannungen mit dem von Harms geführten Hochschulrat, der bei vielen wichtigen Universitätsfragen eine Mitspracherecht hat und dessen Zustimmung bei bestimmten Entscheidungen nötig ist, immer mehr auf. Bei dem vom Rektorat Anfang 2012 vorgelegten Uni-Zukunftskonzept forderte er Nachbesserungen, beim Personalvorschlag Schückings für die künftige Besetzung der Kanzlerstelle ließ das Gremium 2013 den nominierten Kandidaten durchfallen. Auch beim Verfahren zur Besetzung des Dekan-Postens an der medizinischen Fakultät im letzten Jahr soll es zwischen Harms und Schücking Zwist gegeben haben. Und im Zusammenhang mit der Bestimmung jener Stellen, die die Uni streichen muss, sah sich der Rat bei der Entscheidungsfindung offenbar übergangen.

Harms erklärte, sie übernehme noch Verantwortung bis Ende Juni und stelle bis dahin die Funktionsfähigkeit des Hochschulrates sicher. „Da ist genügend Zeit, um die Nachfolge zu regeln." Länger müsse sie sich das Amt nicht antun.

Mario Beck

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