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Bildung Nachfrage beim Bildungspaket in Sachsen startet eher verhalten
Leipzig Bildung Nachfrage beim Bildungspaket in Sachsen startet eher verhalten
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10:41 14.05.2011
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Dresden

Das Konzept sieht Unterstützung für rund 227.000 bedürftige Kinder in Sachsen vor. In Dresden, Leipzig und Chemnitz wurde bisher aber lediglich für jedes fünfte berechtigte Kind ein entsprechender Antrag eingereicht. Das milliardenschwere Paket des Bundes gilt rückwirkend zum 1. Januar 2011. Seit 1. April können die Leistungen in Anspruch genommen werden.

„Die Anträge sind bisher zögerlich eingegangen“, sagte Ralf Leimkühler, stellvertretender Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Die Zahlungen für das Bildungspaket in Sachsen könnten sich auf bis zu 220 Millionen jährlich belaufen.

Allein Dresden rechnet damit, dass in diesem Jahr rund acht Millionen Euro aus dem Bildungspaket beantragt werden. Bis Mitte Mai lagen nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 6200 Anträge vor - insgesamt gelten allerdings 20.500 Kinder und Jugendliche der Landeshauptstadt als bedürftig. Rund 40 Prozent der Eltern beantragten für ihr Kind Unterstützung für ein Mittagessen, rund 20 Prozent Mitgliedschaften in Sport- und Musikvereinen sowie Zuschüsse für Ausflüge. Um mehr Kinder zu erreichen, schreibt Dresden derzeit alle bedürftigen Familien an, schickt ihnen einen Antrag sowie sämtliche Informationen rund um das Thema Bildungspaket.

Im Chemnitzer Sozialamt gingen bis Ende April 4700 Anträge ein - dreimal so viele wären möglich. 1800 Anträge wurden bereits bewilligt. „Damit liegen wir über dem deutschen Durchschnitt“, sagte der Leiter des Sozialamtes, Andreas Ehrlich. Dennoch gebe es einige Hürden bei der Umsetzung: So sei etwa mit dem Anspruch auf ein warmes Mittagessen auch ein erheblicher Bearbeitungsaufwand für Kindertagesstätten, Schulen und Essensanbieter verbunden. „Das gehört noch einmal auf den Prüfstand“, sagte Ehrlich. Chemnitz rechnet mit Ausgaben von rund sechs Millionen Euro für dieses Jahr.

In Leipzig, der sächsischen Stadt mit den meisten armen Familien, könnten rund 29 000 Kinder von den Mitteln profitieren, 8,5 Millionen Euro stehen in diesem Jahr für sie zur Verfügung. Derzeit liegen nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 14.000 Anträge für insgesamt 5300 Kinder vor.

Nach Angaben des Sächsischen Landkreistages ist die Nachfrage auch in den Kreisen bisher mäßig. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Zahl der Anträge in den nächsten Wochen erhöht“, sagte eine Sprecherin. Von den rund 11.150 Bedürftigen im Landkreis Görlitz wurden bislang rund 2500 Anträge gestellt. Im Landkreis Meißen haben 12 400 Kinder und Jugendliche Anspruch auf die neue Unterstützung, 3,8 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. „Von einem Ansturm merken wir nichts, die Nachfrage ist verhalten“, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Bisher gingen lediglich 1500 Anträge ein.

„Bei vielen Betroffenen herrscht eine Verunsicherung“, erklärte die Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Beate Hennig. Es gebe bereits Vergünstigungen in vielen Kommunen, zum Beispiel den Leipzig- oder Dresden-Pass. Viele fürchteten, dass diese dann wegfallen könnten. „Also wird lieber erst gar nicht beantragt“, sagte Hennig. Zahlreiche Bedürftige lebten zudem zurückgezogen, seien nur schwer zu erreichen. „Sozialämter müssen die Familien gezielt abholen“, betonte Hennig. Nur dann könne das Bildungspaket auch entsprechend umgesetzt werden.

Mit dem Programm haben arme Kinder und Jugendliche Anspruch auf ein warmes Mittagessen in Ganztagsschulen und Kitas. Für eintägige Klassenfahrten oder Wandertage gibt es pro Schuljahr 30 Euro Zuschuss. 10 Euro im Monat stehen für Mitgliedschaften in Sport- oder Musikvereinen zur Verfügung. In Ausnahmefällen bekommen die Kinder auch Nachhilfeunterricht bezahlt.

dpa

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