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Neue Käthe-Kollwitz-Schule in Leipzig eingeweiht

Für 13 Millionen Euro saniert Neue Käthe-Kollwitz-Schule in Leipzig eingeweiht

Vor zehn Jahren platzte die alte Sprachheilschule „Käthe Kollwitz“ aus allen Nähten. Die Schüler wurden daraufhin auf zwei Standorte verteilt. Mit dem aktuellen Schuljahr begann für die Kinder und Lehrer eine neue Ära im generalsanierten Gebäude des ehemaligen Richard-Wagner-Gymnasiums. Am Donnerstag fand nun die feierliche Eröffnung statt.

In den Klassenzimmern können bis zu zwölf förderbedürftige Schüler unterrichtet werden.

Quelle: André Kempner

Anger-Crottendorf. 15 Jahre lang war es still, doch seit Beginn des Schuljahres läuten auch in der Karl-Vogel-Straße in Anger-Crottendorf wieder die Glocken zum Unterricht. Am Donnerstagmorgen ist der neue Standort der Sprachheilschule „Käthe Kollwitz“ an Ort und Stelle des ehemaligen Richard-Wagner-Gymnasiums feierlich eröffnet worden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD), Bildungsagenturleiter Ralf Berger und Schulleiterin Kerstin Koglin gaben sich die Tafelkreide sprichwörtlich in die Hand.

„Die Schule sieht wirklich großartig aus. Da ist gewaltig was investiert worden“, zeigte sich Burkhard Jung stolz. Insgesamt sind rund 13 Millionen Euro in die umfassenden Sanierungsmaßnahmen gesteckt worden. Aus dem Fördermitteltopf des Freistaats flossen dabei etwa 4,7 Millionen Euro. „In über zwei Jahren Bauzeit ist im Prinzip alles neu gemacht worden. Haustechnik, Fachunterrichtsräume, Lampen, Boden, Wände – das ganze Gebäude ist auf den Kopf gestellt worden“, so Jung in seiner Rede.

Sowohl das Schulgebäude als auch die Turnhalle sind unter Beachtung des Denkmalschutzes wieder hergerichtet worden. So erstrahlt unter anderem die alte Fassade wieder in neuem Glanz. „Sehr gefreut habe ich mich, dass das Treppenhaus mit den alten Ornamenten erhalten geblieben ist“, zeigte sich das Stadtoberhaupt zufrieden. Auch die Originaleingangstüren und Windfänge erhielten eine Frischzellenkur und fügen sich heute bestens in den modernisierten Komplex ein.

In den beiden Etagen der Turnhalle ist ein Blick nach oben gleichzeitig ein Blick in die Geschichte des historischen Gebäudes – beide Decken konnten erhalten werden. In manchen Klassenzimmer kommen interaktive Tafeln zum Einsatz, in der geräumigen Lehrküche kann gesund gekocht und im mit neuen Nähmaschinen ausgestatteten Nähzimmer an den motorischen Fähigkeiten gefeilt werden.

Bildungsangentursleiter Ralf Berger zollte vor allem der Lehrerschaft der Sprachheilschule Respekt. Die stemmten einen Bärenanteil des Umzugs aus den zwei bisherigen Standorten in Anger-Crottendorf und Altlindenau. „Zwei Schulen sind eine große Herausforderung, um es moderat auszudrücken. Es war eine wichtige Entscheidung, diese nicht mehr tragbaren Bedingungen zu verbessern. Und ich hätte nie gedacht, dass das mit einer Schule, die 15 Jahre leer stand, überhaupt möglich ist“, sagte Berger.

Für Schulleiterin Kerstin Koglin ist der Umzug ein Meilenstein: „Wir können mittlerweile auf 64 Jahre Arbeit zurückblicken. 2006 kam dann die Trennung, weil wir aus allen Nähten platzten. Jetzt, zehn Jahre später, beginnt eine neue Ära.“ 27 Klassen von der 1. bis zur 9., 302 Schüler zwischen sechs und 16 Jahren sind nun wieder unter einem großen Dach in der Karl-Vogel-Straße vereint. „Die ersten 100 Tage im Gebäude sind vorbei und wir sind stolz, fühlen uns wohl und genießen die neuen Klassenzimmer. Der Umzug aus gleich zwei Gebäuden war eine absolute Meisterleistung“, freute sich Koglin.

Doch bei all dem Jubel über die Sanierungsmaßnahme durfte auch der Blick auf diejenigen, denen die Sprachheilschule zugute kommt, nicht fehlen. „Schulen werden nicht fürs Gebäude, sondern für Lehrer und Schüler gebaut“, betonte Oberbürgermeister Jung. „Mein erster und wichtigster Wunsch ist, dass hier ein Leben für die Schüler entwickelt wird.“ Des Weiteren betonte er die Wichtigkeit von Integration und Inklusion förderbedürftiger Kinder: „Wir können noch viel besser und integrativer arbeiten. Alle müssen die Chancen bekommen, die wir ihnen auch geben können.“

Sorgen machte Jung, dass der Anteil sprachförderbedürftiger Kinder im Freistaat weiter wächst. „Leipzig hat in Sachsen die höchste Förderquote und Sachsen die höchste in der Bundesrepublik. Deswegen müssen wir in die Spur gehen“, so Jung. Sprachheilschulen wie die „Käthe Kollwitz“ sind dabei ein zentrales Instrument, um die Hilfe da ankommen zu lassen, wo sie am meisten gebraucht wird.

Von André Pitz

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