Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Neue Leibniz-Professorin der Uni Leipzig kommt aus Südafrika
Leipzig Bildung Neue Leibniz-Professorin der Uni Leipzig kommt aus Südafrika
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 01.06.2015
Die Politikwissenschaftlerin Scarlett Cornelissen aus Kapstadt ist die neue Leibniz-Professorin der Universität Leipzig. Quelle: Swen Reichhold/Uni Leipzig
Anzeige
Leipzig

Fast überall in Afrika sind chinesische Ingenieure unterwegs. Im Auftrag ihres Staates bauen sie Straßen und Brücken, werkeln an moderner Infrastruktur und verändern mit ihren Investitionen das Gesicht afrikanischer Länder. Die Auswirkungen dieser Politik und das Verhältnis zwischen einzelnen asiatischen Ländern und dem afrikanischen Kontinent sind ein Forschungsschwerpunkt von Scarlett Cornelissen, der neuen Leibniz-Professorin an der Universität Leipzig.

Die südafrikanische Politikwissenschaftlerin lehrte bisher an der Stellenbosch Universität im südafrikanischen Kapstadt, war allerdings schon mehrfach zu Gastprofessuren an ausländischen Universitäten, darunter im schottischen Glasgow und in einigen japanischen Städten. Cornelissen will in Leipzig insbesondere das Ostasiatische Institut und das Global and European Studies Institute für Literaturrecherchen zu ihren Forschungsthemen nutzen.

„Gerade weil sich die wissenschaftliche Perspektive auf die asiatisch-afrikanischen Beziehungen in den Ländern des südlichen Afrikas noch in den Kinderschuhen befindet, bietet mir die Universität Leipzig perfekte Voraussetzungen, um mit einer gewissen Distanz über meine bisherige Forschung zu reflektieren“, sagt die neue Leibniz-Professorin über ihre temporäre Heimat.

Fokus von Japan nach China

Die Politikwissenschaftlerin hat ihre Forschung in den vergangenen Jahren kontinuierlich den Veränderungen in vielen afrikanischen Ländern angepasst. Mitte der Neunziger war Japan noch der größte Partner für Entwicklungszusammenarbeit auf dem südlichen Kontinent, das Engagement fand parallel zur wirtschaftlichen Stärke des asiatischen Landes statt.

Doch inzwischen hat das aufstrebende China die Rolle Japans übernommen, das seinerseits mit ökonomischen Schwierigkeiten kämpft. Für Cornelissen Grund genug, auch ihre Forschung den neuen Strukturen anzupassen – und die veränderten gesellschaftlichen Realitäten zu thematisieren. Denn immer mehr Chinesen kämen in die afrikanischen Länder. „Viele Afrikaner kritisieren daher nicht nur die Ausbeutung der Ressourcen ihrer Länder durch asiatische Großinvestoren. Immer mehr afrikanische Händler sind auch über die neue Konkurrenz nicht erfreut, sodass sich hier vielerorts eine neue Form von Rassismus entwickelt“, berichtet die Südafrikanerin.

Antrittsvorlesung am 3. Juni

Außerdem für Cornelissen interessant: Die Wahrnehmung Asiens in der afrikanischen Wissenschaft. Gleichzeitig das Thema ihrer Antrittsvorlesung. Damit will sie auch Diskussionen in ihrer Heimat Südafrika anregen.

Die Universität Leipzig vergibt die Leibniz-Professur zweimal jährlich. Scarlett Cornelissen wird unter anderem am Graduiertenzentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften der Research Academy die Leitung eines Forschungsseminars für Promovierende zum Thema Kulturtransfer und politischer Weltordnung übernehmen.

Englischsprachige Antrittsvorlesung von Scarlett Cornelissen zum Thema „Africa in the African Scholarly Imaginary“ am 3. Juni um 17.45 Uhr im Alten Senatssaal, Rektoratsgebäude, Ritterstraße 26.

Lucas Grothe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Bildung Freie Schule auf der Alten Messe - Schulstandort verzweifelt gesucht

In Leipzig leben so viele Kinder wie seit Jahrzehnten nicht mehr, deshalb braucht die Stadt dringend neue Schulen. Paradox: Ein Schulträger will seine Unterrichtskapazitäten deutlich erweitern, scheitert damit aber am Rathaus.

31.05.2015
Bildung Wissenschaftspark bekommt Forschungshochhaus - Großinvestition am Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Am Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) steht eine Großinvestition bevor, die das Gelände des Wissenschaftsparkes an der Permoserstraße/Torgauer Straße sichtbar prägen wird.

29.05.2015

Zurzeit studieren zehn Taiwanesen an der Uni der Messestadt. Professor Dr. Beate Schücking (59) besuchte im April wissenschaftliche Einrichtungen in Taiwan, mit denen die Leipziger Uni regen Austausch pflegt.

31.05.2015
Anzeige