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Bildung "Niederträchtiger Akt" - Wolff ergreift Partei für Schücking
Leipzig Bildung "Niederträchtiger Akt" - Wolff ergreift Partei für Schücking
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22:38 30.07.2015
Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff schlägt sich auf Beate Schückings Seite. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die Causa Schücking sorgt weiter für Aufsehen. Die Rektorin der Universität Leipzig habe „ihre Stimme stets im Sinne des sächsischen Hochschulsystems gegen die zukunftsfeindlichen Stellenkürzungen der Staatsregierung erhoben“, so Claudia Maicher, Vize-Grünen-Chefin und hochschulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Sächsischen Landtag. Es müsse darüber geredet werden, „wie die demokratisch legitimierten Gremien der Hochschulen, auch in Fragen der Wahl der Hochschulleitungen, wieder gestärkt werden können“. Dem Hochschulrat fehle jede demokratische Grundlage.

„Offenbar bewies Frau Schücking mehr Charakter, als es der Dresdner Ministerialbürokratie und anderen, angepassteren Kollegen lieb war“, meint Ilse Lauter, Linken-Wissenschafts-Sprecherin im Stadtrat. „Hier ist Protest angesagt.“ Das Wissenschaftsministerium von Eva-Maria Stange (SPD) verweist auf eine gute Zusammenarbeit mit Schücking und deren „großes Engagement“ für die Uni. Aber: „Das Ministerium muss die autonomen Wahlvorgänge der Universität Leipzig respektieren.“ Rechtliche Verfahrensfehler habe es bislang nicht gegeben.

Wolff: „Beate Schücking hat absolute Solidarität verdient“

Im Streit um das Paulinum, das für die einen eine Kirche ist, für die anderen ein Uni-Neubau, lagen sich Ex-Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff und Uni-Rektorin Beate Schücking ständig in den Haaren. Doch jetzt schlägt sich sogar Schückings ärgster Widersacher auf ihre Seite. Man müsse kein Freund der Rektorin sein, um in der Entscheidung des Hochschulrates „einen menschlich niederträchtigen und politisch demokratiefeindlichen Akt zu erkennen“, schreibt Wolff in seinem Blog. „Beate Schücking hat jetzt – unabhängig von der Frage, wie man ihre bisherige Amtszeit bewertet – innerhalb und außerhalb der Universität absolute Solidarität verdient“, so Wolff.

Die aktuelle Situation werfe „ein bezeichnendes Licht – besser: Schatten – auf den Zustand der Universitäten des Freistaates Sachsens“. Der Hochschulrat sei „ein politisch willfähriger Honoratiorenclub“, schimpft und Wolff und fragt: „Wie steht es um das Demokratiebewusstsein derer, die sich bereit erklären, in einem solchen Gremium mitzuarbeiten?“ Die staatlichen Hochschulen in Sachsen seien „mehr oder weniger demokratiefreie Zonen geworden“. 

LVZ

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