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Bildung Notfallhilfe im Connewitzer Werk 2 – hunderte Medizinstudenten üben Menschenrettung
Leipzig Bildung Notfallhilfe im Connewitzer Werk 2 – hunderte Medizinstudenten üben Menschenrettung
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18:52 20.01.2015
Medizinstudenten haben am Dienstag im Werk 2 die Notrettung in verschiedenen Situationen geübt. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Um einen Mehrfachverletzten zu retten, klettern die Erstversorger mit Hilfe einer Drehleiter auf das zwölf Meter hohe Hallendach des Werks. Bei der nächsten Station befreien sie eine im Pkw eingeklemmter Person. Danach stabilisieren sie einen schwerverletzten Fahrradfahrer.

An insgesamt elf verschiedenen Stationen im Werk 2 lernen die angehenden Humanmediziner – alle in ihrem siebten Semester – das korrekte Handeln in bestimmten Notfallsituationen. Nicht zuletzt kommen sie ins Gespräch mit erfahrenen Mentoren vom Arbeiter-Samariter-Bund, der die Veranstaltung organisiert hat, sowie mit dessen Kollegen vom Rotem Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und der Leipziger Berufsfeuerwehr.

Die Ausbilder begleiten die Studenten und geben Anweisungen, doch die Lernenden müssen alle Methoden selbst testen. Bei einer Höhenrettungs-Station klettern die Teilnehmer beispielsweise auf einer schwebenden Strickleiter in die Höhe und müssen sich dann abseilen. Für viele ist es das erste Mal, dass sie ihre theoretischen Kenntnisse praktisch ausprobieren können. Nicht von ungefähr gehört das Training einem der Highlights des Studiums.

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„Es ist einfach eine schöne Gelegenheit, Erfahrung in der Nothilfe zu sammeln“, sagt die 26-jährige Anika Maak nach dem Abseilen. „Und es macht auf jeden Fall Spaß.“ Mit der Höhe hatte sie keine Schwierigkeiten: „Es ist im Endeffekt ähnlich wie Klettern und das mache ich gerne“, verrät sie. Und mit dem Kurs an sich zeigt sie sich ebenso begeistert, auch wenn sie nicht unbedingt Notärztin werden möchte.

Aber auch das Hineinschnuppern in die Herausforderungen der Notfalldienste ist ein wichtiger Teil des Programms, erklärt Organisator Albrecht Scheuermann. „Wir wollen den Studenten das technische Wissen und die praktische Erfahrung auf den Weg mitgeben, bevor sie später ins Berufleben einsteigen“, sagt der ASB-Referatsleiter. Seit elf Jahren koordiniert der 55-Jährige das Notfalltraining gemeinsam mit Medizinischen Fakultät der Uni Leipzig. Als langjähriger Rettungsdienstler ist es ihm persönlich wichtig, dass die zukünftigen Ärzte so viel Erfahrung wie möglich sammeln können, „auch wenn sie nicht alle Notärzte werden“, sagt er.

Allerdings gewinnen nicht nur die Medizin-Studenten Erfahrungen. Für die rund 45 Rettungsdienstmitarbeiter, Notärzte und Feuerwehrleute, die zum Teil ehrenamtlich dabei sind, erweist sich das Notarzttraining als ebenso nützlich. So beispielsweise Filip Schaffranek: Für den angehenden Rettungssanitäter gehören die Trainingstage auch zur Ausbildung. In voller Feuerwehrausrüstung hilft er mit seinem Team den Studenten, einen Verletzten aus einem auf den Kopf gestellten Auto zu bergen. „Ich finde das Training besonders spannend, weil es in solchen Situationen so viel Zusammenarbeit zwischen den Rettungsdiensten, Feuerwehrleuten und Ärzten geben muss“, sagt der 26-Jährige. Es komme selten vor, dass sich so viele Notdienste unter einem Dach befinden.

Krysta Brown

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