Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung OP-Saal der Zukunft am Uni-Zentrum für computerassistierte Chirurgie
Leipzig Bildung OP-Saal der Zukunft am Uni-Zentrum für computerassistierte Chirurgie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 19.12.2015
Simulierte Ohren-Operation im OP-Saal der Zukunft am Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie der Leipziger Uni. Quelle: Andre Kempner
Anzeige
LEIPZIG


„Eine solche Kommunikation zwischen der Technik von verschiedenen Herstellern ist auch international ein Novum“, sagte Iccas-Projektleiter Professor Thomas Neumuth. In dem Raum mit der Kennung „Demo-OP 2.0“ hängen an der Decke steuerbare Scheinwerfer, an einem langen Arm sitzt das Operationsmikroskop, an den Wänden befinden sich große Monitore, ringsum wimmelt es von Anästhesie-, Bildgebungs- und Überwachungsanlagen. Per Neuromonitoring lassen sich Nervenbahnen detektieren, ein Visual-Communicator wirkt als ein Art Schnittstelle des gesamten Instrumentariums zu dem auch ein Endoskopie-Turm gehört.

Was das Gesamtsystem zu leisten vermag, führten gestern die Iccas-Spezialisten vor. Auf dem OP-Tisch war dafür eine Patientenpuppe platziert. Der Kopf war fixiert, zwei Eingriffe standen bei dem Dummy an. Zum einen wurde simuliert, wie ein gutartiger Tumor an der Hirnanhangsdrüse entfernt wird, wobei endoskopisch durch die Nase bis zum Operationsgebiet vorgestoßen wird. Zum anderen gehörte eine Ohren-Operation zum Präsentationsprogramm, bei der sensible Nervenbereiche zu umgehen waren. Stefan Franke vom Iccas ließ dabei die Mini-Fräse surren. Wenn Gefahr im Verzug war, gab es automatisch einen Alarmton, ins Okular des OP-Mikroskopes wurden bei dem Eingriff ständig diverse Bild-daten eingespielt. Frankes Kollege Max Rockstroh verwies auf die Intention des Projektes, auch Ideengeber zu sein. „Wir loten hier aus, wohin die Reise im Dienste einer noch größeren Patientensicherheit und Behandlungsqualität gehen könnte“. Neumuth sprach in diesem Zusammenhang von einem „mitdenkenden Operationssaal“.

Das Iccas war vor zehn Jahren gegründet worden. Begonnen wurde mit zehn Mitarbeitern, heute sind es rund 50, großteils Informatiker und Ingenieure, die eng mit der klinischen Praxis verzahnt sind. Neumuth, der von Anfang an dabei ist, sieht mit dem bevorstehenden Abschluss des Ornet-Vorhabens ein weiteres wichtiges Etappenziel des Zentrums erreicht. Genutzt werden soll der Demonstrator fortan für Testläufe, in die vor allem Ärzte einbezogen werden.


Von Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Uni Leipzig verspricht Showqualitäten: Zu den traditionellen Weihnachtsvorlesungen der Chemiker und Physiker gibt es knallige Versuche und flammende Experimente.

16.12.2015

Ein solarbetriebener Rollstuhl oder pflanzliche Handhygiene für Kinder in flüssiger Form –Vorschläge für einen vietnamesischen Gründerpreis, den auch die Universität Leipzig mit verliehen hat. Doch gewonnen hat letztendlich eine App.

15.12.2015

Ein Jahr nach den Koalitionsverhandlungen fordern nun Teile der CDU eine Korrektur der Studierendenzahl bis 2025. Schließlich hängt von der Zahl der Studierenden die Zahl der Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter ab.

18.12.2015
Anzeige