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OP-Saal der Zukunft am Uni-Zentrum für computerassistierte Chirurgie

Medizin-Highlight in Leipzig OP-Saal der Zukunft am Uni-Zentrum für computerassistierte Chirurgie

OP-Saal der Zukunft auf 25 Quadratmetern: Am Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie der Leipziger Uni sind am Mittwoch die Ergebnisse des seit 2012 vom Bundesforschungsministerium mit 15 Millionen Euro geförderten sogenannten Ornet-Leuchtturmprojektes vorgestellt worden.

Demonstration einer Ohren-Operation im OP-Saal der Zukunft am Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie der Leipziger Uni.

Quelle: Andre Kempner

LEIPZIG.

„Eine solche Kommunikation zwischen der Technik von verschiedenen Herstellern ist auch international ein Novum“, sagte Iccas-Projektleiter Professor Thomas Neumuth. In dem Raum mit der Kennung „Demo-OP 2.0“ hängen an der Decke steuerbare Scheinwerfer, an einem langen Arm sitzt das Operationsmikroskop, an den Wänden befinden sich große Monitore, ringsum wimmelt es von Anästhesie-, Bildgebungs- und Überwachungsanlagen. Per Neuromonitoring lassen sich Nervenbahnen detektieren, ein Visual-Communicator wirkt als ein Art Schnittstelle des gesamten Instrumentariums zu dem auch ein Endoskopie-Turm gehört.

Was das Gesamtsystem zu leisten vermag, führten gestern die Iccas-Spezialisten vor. Auf dem OP-Tisch war dafür eine Patientenpuppe platziert. Der Kopf war fixiert, zwei Eingriffe standen bei dem Dummy an. Zum einen wurde simuliert, wie ein gutartiger Tumor an der Hirnanhangsdrüse entfernt wird, wobei endoskopisch durch die Nase bis zum Operationsgebiet vorgestoßen wird. Zum anderen gehörte eine Ohren-Operation zum Präsentationsprogramm, bei der sensible Nervenbereiche zu umgehen waren. Stefan Franke vom Iccas ließ dabei die Mini-Fräse surren. Wenn Gefahr im Verzug war, gab es automatisch einen Alarmton, ins Okular des OP-Mikroskopes wurden bei dem Eingriff ständig diverse Bild-daten eingespielt. Frankes Kollege Max Rockstroh verwies auf die Intention des Projektes, auch Ideengeber zu sein. „Wir loten hier aus, wohin die Reise im Dienste einer noch größeren Patientensicherheit und Behandlungsqualität gehen könnte“. Neumuth sprach in diesem Zusammenhang von einem „mitdenkenden Operationssaal“.

Das Iccas war vor zehn Jahren gegründet worden. Begonnen wurde mit zehn Mitarbeitern, heute sind es rund 50, großteils Informatiker und Ingenieure, die eng mit der klinischen Praxis verzahnt sind. Neumuth, der von Anfang an dabei ist, sieht mit dem bevorstehenden Abschluss des Ornet-Vorhabens ein weiteres wichtiges Etappenziel des Zentrums erreicht. Genutzt werden soll der Demonstrator fortan für Testläufe, in die vor allem Ärzte einbezogen werden.


 

Von Mario Beck

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