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Bildung Online-Voting – Leipziger sammelt Stimmen für sein Bildungsprojekt
Leipzig Bildung Online-Voting – Leipziger sammelt Stimmen für sein Bildungsprojekt
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15:17 11.03.2016
Der Pfad.finder-Kandidat Alwin Pianka Quelle: privat
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Leipzig

„Was stört mich, was möchte ich verändern?“ Diese Frage stellte sich der 19-jährige Alwin Pianka und kam dabei auf vier Themen: Der ungleich verteilte Wohlstand, das fehlende Bewusstsein für die Umweltzerstörung, der ungesunde Lebensstil vieler Menschen und dass Schüler im Bildungssystem mehr zum Mitlaufen statt Selbstdenken erzogen werden. Die letztgenannte Idee wurde sein Projekt „Erfahrung bilden“. „Ich habe mich dafür entschieden, weil ich nach der Schule gar nicht wusste, was ich jetzt im Leben machen möchte und was ich dafür brauche“, erklärt er.

Genau dies möchte er ändern und Schülern die Werkzeuge an die Hand geben, die sie brauchen können. „Ich habe zwar selbst nicht in jedem Bereich die nötige Expertise, kann dafür aber Experten heranholen“, führt Alwin Pianka weiter aus. Als Themen, die in seinem Projekt behandelt werden können, schweben ihm unter anderem die Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung, Unternehmertun, der Aufbau einer Webpräsenz, Finanzthemen und die Freude am Lernen zu wecken und zu erhalten vor.

Sein Abitur machte er im Jahr 2014, danach sparte er Geld, um auf eine Reise nach Südamerika zu gehen. Seit September vergangenen Jahres ist Alwin Pianka unterwegs, gerade ist er in Kolumbien. In eineinhalb Monaten geht es zurück nach Deutschland. Sein Gespräch mit LVZ.de fand deshalb per Skype statt. Ihm ist das Sammeln von Lebenserfahrung wichtig, vor einer Lücke im Lebenslauf hat der 19-Jährige keine Angst. Nach seiner Reise will er nach Leipzig ziehen und weiter an seinem Projekt „Erfahrung bilden“ arbeiten. Dafür hat er sich auf das Pfad.finder-Stipendium der Universität Witten/Herdecke beworben.

Alwin Pianka ist zurzeit in Südamerika auf Reisen Quelle: privat

Auf den bundesweiten Wettbewerb ist Alwin Pianka bei einer Internetrecherche zum Thema „Planlosigkeit nach der Schule“ gestoßen. Er bewarb sich und wurde ins Online-Voting aufgenommen. Gegen drei Kandidaten muss er sich nun durchsetzen. Das Voting ist schon angelaufen, noch eine Woche kann für den 19-Jährigen abgestimmt werden. Gewinnt Alwin Pianka, bekommt er zwölf Monate lang 700 Euro von der Universität Witten/Herdecke, darf alle Kurse besuchen und kann seine Fragen an einen persönlichen Mentor richten. Der Sinn dahinter ist, dass der Pfad.finder-Stipendiat innerhalb eines Jahres seine Projektidee realisieren kann, ohne sich um einen Studienplatz oder einen Job kümmern zu müssen.

„Wenn ich das Stipendium nicht bekomme, werde ich trotzdem versuchen, das Projekt umzusetzen“, meint Alwin Pianka. „Erfahrung bilden“ soll kein reines Internetangebot werden. In Leipzig will der 19-Jährige wöchentliche Meetups mit Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen veranstalten. Damit auch Leute außerhalb Leipzigs davon profitieren können, werden die Meetups als Videos veröffentlicht. Experten können in offenen Frage-Antwort-Runden Fragen gestellt werden, in privaten Gesprächen und Workshops wird es den Teilnehmern an „Erfahrung bilden“ möglich sein, persönliche Ansätze und Projektideen zu erarbeiten.

Neben diesem Projekt will er vielleicht in Zukunft noch weitere starten. „Ich möchte mich selbst weiterbilden, eventuell in die Selbstständigkeit gehen“, sagt er. Vor allem wolle er sich mit Leuten umgeben, die schon da sind, wo er hin will, um daraus Motivation und Inspiration zu ziehen.

Weitere Informationen: www.erfahrung-bilden.de

Für das Online-Voting des Pfad.finder-Stipendiums der Universität Witten/Herdecke ist eine einmalige und kostenlose Anmeldung nötig. Danach kann die Stimme abgegeben werden. Alle 24 Stunden ist eine weitere Stimmabgabe möglich.

Von Andrea Schrader

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