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Bildung Onlinekurs zum Grillen: Das plant die Volkshochschule Leipzig
Leipzig Bildung Onlinekurs zum Grillen: Das plant die Volkshochschule Leipzig
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10:42 05.02.2019
Richtig grillen: Das steht im Frühjahr auf dem Programm der Leipziger Volkshochschule. Quelle: Kempner
Leipzig

Die Leipziger grillen gern und trinken dazu gerne mal ein Bierchen. Doch was ist die beste und gesündeste Garmethode, welches Fleisch, welche Kohle, was für eine Marinade verwendet man, wie wird in anderen Ländern gegrillt? Diese und viele andere Fragen will die Volkshochschule (VHS) Leipzig klären, die sich im Mai vier Wochen lang den verschiedensten Facetten der liebsten Freizeitbeschäftigung der Deutschen widmet – im Hof in der Löhrstraße sowie online in der vhs-Cloud.

„Wir denken, dass wir mit dem Thema Grillen viele Leute fürs Online-Lernen begeistern können“, sagt Heike Richter, die Leiterin der Volkshochschule. „Wer möchte, kann sich Ernährungskurse angucken und bei uns im Hof grillen“, ergänzt Ilona Hensel, die Marketingfachfrau der VHS. Es geht ebenso um Verbraucherschutz und Emissionswerte.

Angebot wird internationaler

Die Idee ist in Leipzig bei einer Bundeskonferenz der Volkshochschulen entstanden und wird nun unter dem Titel GrillMooc (Massive Open Online Course) deutschlandweit ausprobiert. Selbst renommierte Köche machen mit. „Wir sind gespannt, wie es ankommt – probieren immer wieder neue Formate aus. Die Angebote werden komplexer und interdisziplinärer, unser Programm wird internationaler, wie es sich für die internationale Stadt Leipzig gehört“, so die VHS-Direktorin. Neu sind beispielsweise ein Literaturclub in spanischer Sprache, ein Zeitungs-Lesecafé für Menschen, denen das Lesen schwerfällt, sowie der Foto-Treff „auf ein Foto“.

Wartelisten für viele Kurse

Das Frühjahrssemester mit 1630 Kursen und Veranstaltungen startet am 4. März. 8320 Buchungen liegen derzeit vor. „Wir haben schon mehr als 146 Kurse, für die ist die Nachfrage so groß, dass es eine Warteliste gibt“, so Richter. Mehr als 900 Menschen stehen da drauf. „Es gibt ein großes Interesse von Firmen, ihre Mitarbeiter bei ihrer Qualifikation zu unterstützen. Deshalb übernehmen viele sogar die Kursgebühren“, beschreibt Richter einen neuen Trend. Viele Gymnasiasten besuchen Kurse, sind derart motiviert, ein besseres Abi abzulegen. Ausgebucht sind bereits die Kurse zum „Bloggen“ und zur Aktmalerei.

Kann die VHS die Nachfrage überhaupt noch bedienen? „Das ist nicht leicht zu beantworten. Wir haben zwar die Kursleiter, unser großes Problem ist der eklatante Raummangel“, so die Direktorin. In Schulen sei es immer schwieriger, Räume zu bekommen – die stehen vor dem gleichen Problem. Viele legen zudem Wert auf eine moderne, digitale Ausstattung, wollen daher lieber Kurse in der Löhrstraße belegen als in den Außenstellen.

Investitionen auch im Haupthaus notwendig

Der Stadtrat hat gerade die Entwicklungsstrategie für die VHS beschlossen. Diese sieht vor, dass sich Schulen in den Stadtteilen öffnen – ein Beispiel dafür ist die entstehende Quartiersschule Ihmelsstraße, in der die VHS eigene, moderne Räume bezieht. Und das geplante Bildungs- und Bürgerzentrum in Grünau, dessen Umsetzung allerdings auf sich warten lässt. Das Konzept steht, es gibt Probleme mit der Immobilie. „Wir sind auf einem guten Weg, müssen vor allem in unser Haupthaus in der Löhrstraße investieren.“ Dort ist ein Eingriff in die Gebäudestruktur notwendig, schon allein um Leitungen auszutauschen, um die Digitalisierung der VHS voranzutreiben.

Volkshochschule wird barrierefreier

Die Bildungsstätte ist ab dem Frühjahrssemester verstärkt „inklusiv“ unterwegs. „Ohne Hilfe kommt ein Rollstuhlfahrer in unserem Haus kaum in einen Raum“, konstatiert Richter. Da müsse das Mögliche getan werden, was das 1889 gebaute Schulhaus zulässt. Der im September 2018 gegründete Inklusionsbeirat, dem Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen angehören, berät die Mitarbeiter bei Fragen der Barrierefreiheit und der inklusiven Gestaltung von Kursen. In einem ersten Schritt hat er sechs Bildungsangebote empfohlen, die im Programm entsprechend gekennzeichnet sind. Dazu gehören Kurse, die Basiswissen über den Umgang mit Notebook, Smartphone und Tablet, das Kochen, Fotografie, zur Patientenverfügung und auch zur gesellschaftlichen Entwicklung vermitteln. „Eine mobile Audio-Übertragungsanlage verbessert die Akustik für hörbeeinträchtigte Menschen“, so Hensel.

Von Mathias Orbeck

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