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Bildung Osterhasen werden knapp - Feldhasenbestand in Sachsen erschreckend niedrig
Leipzig Bildung Osterhasen werden knapp - Feldhasenbestand in Sachsen erschreckend niedrig
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23:59 23.03.2015
Feldhasen wie diese werden immer seltener. Quelle: Patrick Pleul (Symbolfoto)

Im Brauchtum übernimmt der Feldhase die Funktion des Osterhasen. Wenn es in Wirklichkeit so wäre, würden in unserer heutigen Zeit viele Kinder zu Ostern aus Personalmangel bei den Feldhasen keine Osterüberraschungen in den Gärten mehr vorfinden. Die Bestände der Feldhasen gehen bundesweit schon seit vielen Jahren ständig zurück.

Vermutlich leben in Sachsen im Durchschnitt nur noch drei Tiere pro Quadratkilometer. Im Bundesdurchschnitt sind es noch elf Stück. Jäger gingen noch in den 1970/80er Jahren von einer optimalen Besatzdichte zwischen 50 und 100 Feldhasen pro Quadratkilometer (100 Hektar) aus. Auch wenn diese optimalen Besatzzahlen für Hasenbewirtschaftungsgebiete, also Feldfluren mit ausreichend Strauchwerk und Gebüsch zur Deckung gelten, ist ein Besatz von drei Tieren pro Quadratkilometer eine erschreckend niedrige Zahl.

Die Ursachen des Rückganges des Feldhasenbestandes werden vor allem in den großflächigen Monokulturen in der heutigen Landwirtschaft gesehen, die keinen Platz mehr für ausreichend "wilde Wiesen", Hecken und breite Ackersäume als Lebensräume für Feldhasen zulassen. Das zeitige und häufige Mähen der Wiesen und Futterflächen, aber auch das schnellere Wachstum der Futterpflanzen wird vor allem Junghasen zum Verhängnis, da sie bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich abducken und dadurch von den Maschinen erfasst werden. Oder sie trocknen nach Regenfällen nicht schnell genug ab, unterkühlen sich und werden von den Müttern nicht mehr gesäugt. Ein Verhungern der schon geschwächten Junghasen ist die Folge. Weitere Gründe sind Landschaftszersiedelung, Pflanzenschutzmitteleinsatz, zunehmender Straßenverkehr, Krankheiten und Fressfeinde, wie Fuchs, Wildschwein und Greifvögel. 60 Prozent der Todesfälle (gewaltsame Tötung) der Feldhasen sind Opfer des Straßenverkehrs.

In vielen Gebieten finden schon seit Jahren keine Hasenjagden mehr statt. Zu einer Bestandserholung hat das jedoch kaum beigetragen. Die wichtigsten Voraussetzungen für einen stabilen Feldhasenbestand sind Äsungs- und Deckungsmöglichkeiten, die aus den verschiedensten Feld- und Waldgräsern, Wildkräutern, Feldfrüchten und durch Schutzhecken oder mit Büschen und Sträuchern bewachsene Waldränder, Ödländereien oder Brachflächen bestehen. Im Leipziger Umland hat der Feldhase in der Bergbaufolgelandschaft ein Rückzugsgebiet gefunden. Dort kann man besonders im Frühjahr glücklicherweise noch das Paarungsverhalten der Feldhasen an bestimmten Stellen hin und wieder beobachten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2015

Richard Schöne

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