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Polarstern mit Leipziger Forschungskapitän auf dem Atlantik unterwegs

Polarstern mit Leipziger Forschungskapitän auf dem Atlantik unterwegs

Im Dienst der Wissenschaft auf hoher See: Seit dem 6. März haben Susanne Fuchs, Maik Merkel und Hartwig Deneke ihre Arbeitsplätze am Leipziger Tropos-Institut in der Permoserstraße mit denen auf dem Forschungsschiff Polarstern getauscht.

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Treffen der deutschen Forschungsschiffe Polarstern und Meteor am letzten Sonntag im Atlantik.

Quelle: Dominik Nachtsheim

Leipzig. In Kapstadt gingen sie an Bord.

Deneke, der Spezialist für satellitengestützte Fernerkundung, agiert als Expeditionsleiter bei der Tour über den Atlantik. Am 1. April wird Las Palmas auf den Kanarischen Inseln für einen Zwischenstop angesteuert. Dann steigt Tilo Arnhold zu, der am Tropos für die Pressearbeit zuständig ist. "Ich begleite die Crew bis zur Endstation in Bremerhaven und berichte in Wort und Bild über das Geschehen auf dem letzten Abschnitt des Unternehmens." Noch sitzt er im Büro in der Permoserstraße und verfolgt die von Deneke online gelieferten Fahrtberichte, die eine Art Logbuch sind.

Verzeichnet ist darin für den vergangenen Sonntag beispielsweise ein "Gipfeltreffen der Meereskundler". Weil sich die Routen der heimkehrenden Polarstern und der zu einer Vermessungsmission ausgelaufenen Meteor im Atlantik kreuzten, wurden die Schlauchboote zur gegenseitigen Visite klargemacht. Vier Stunden herrschte reger Shuttle-Verkehr zwischen den zwei Forschungsschiffen - bei sanftem Wellengang und 23 Grad Celsius. Vier Tage vorher überquerte Deneke mit seiner Mannschaft den Äquator und bekam Taufbesuch von Meeresgott Neptun und seiner Gattin Thetis. Kurz ruhte das wissenschaftliche Programm der Fahrt, bei der vor allem das Oceanet-Projekt vorangetrieben wird. Untersucht werden dabei die Engergieflüsse und Austauschprozesse zwischen Atmosphäre und Ozean. Die gewonnenen Informationen sollen später unter anderem in computergestützte Klima-Modellierungen einfließen.

Laser-Maschinerie und Wolkenradar mit an Bord

Bestückt ist die Polarstern mit diversen Geräten. Laser-Maschinerie, Wolkenradar und -kamera, Mikrowellenradio- meter, Probenangler und feinstes Sen- sorik-Instrumentarium gehören unter anderem zur Ausrüstung. Während Erdbeobachtungssatelliten von oben die Lufthülle inklusive Wolken checken, wird zeitgleich von Deck aus per Laser und Radar sondiert. "Solche Parallel-Messungen sind bisher Mangelware, aber sehr wichtig für eine zuverlässige Daten-Interpretation, erläutert Deneke. Besonderes interessiert die Tropos-Experten auch eine Oberflächenfilm genannte hauchdünne Schicht, die sich an der Grenze zwischen Wasser und Luft befindet. Sie wirkt wie ein Katapult für organische Stoffe und Salzteilchen, die als Kondensationskeime für Wolkentröpfchen hochgeschleudert werden. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen, sammelt Susanne Fuchs bei dem Törn fleißig Proben des Oberflächenfilms, die später am Tropos-Institut einer chemischen Analyse unterzogen werden.

Als Wissenschaftskapitän muss Deneke nicht nur dafür sorgen, dass bis zum Eintreffen in Bremerhaven alle Forschungsaufgaben erfüllt werden, zu denen auch Seevögel- und Walzählungen gehören. Verantwortung trägt er ebenso für Aquarien mit rund 150 Fischen und Kraken. Sie stammen aus dem Weddellmeer in der Antarktis, wo die Polarstern lange unterwegs war, bevor sie auf Heimatkurs ging. "Trotz der langen Reise machen die Tiere einen sehr guten Eindruck", weiß Deneke zu berichten. Betrieben wird für ihr Wohlbefinden ein erheblicher Aufwand. Über Pumpen kommt regelmäßig bis zu einer Tonne frisches Atlantikwasser in einen Spezialtank. Dort wird das warme Nass auf null Grad Celsius heruntergekühlt und dann in die Aquarien geleitet.

Mit ernstlichen Problemen hatten die Expeditionäre, die aus diversen Forschungseinrichtungen kommen, bisher nicht zu kämpfen. Allerdings verzögerte sich die Abfahrt von Kapstadt, weil es einen Engpass bei der Treibstoffversorgung für die Polarstern gab. "Somit konnten wir erst einen Tag später als geplant auslaufen. Auf See begrüßte uns direkt ein stürmischer Wind, der die Wissenschaftler und Messaufbauten einer ersten Seetauglichkeitsprobe unterzog", heißt es in Denekes Logbuch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2014

Mario Beck

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