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Bildung Politikwissenschaftler Daniel Schmidt bekommt Preis für exzellente Lehre
Leipzig Bildung Politikwissenschaftler Daniel Schmidt bekommt Preis für exzellente Lehre
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23:59 12.11.2014
Litt-Preisträger Daniel Schmidt. Sebastian Münster Quelle: Sebastian Münster

Schücking sagte, die Lehrtätigkeit Schmidts zeichne sich durch Experimentierfreude und Einfallsreichtum aus, er leiste eine hervorragende Beratungs- und Betreuungsarbeit und praktiziere für höhere Semester ein forschendes Studium. "Und ich dachte, ich mache nur meinen Job", meinte der Politikwissenschaftler, der 2004 zum Thema Staat und Statistik promovierte und sich unter anderem mit Fragen der politischen Anthropologie und der Herausbildung von Macht-Wissen-Beziehungen befasst.

Seit 2001 wird der Preis vom Förderverein der Alma mater für besonderes Engagement in der Lehre verliehen. Namentlich erinnert er an Theodor Litt, der einst den Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik an der Uni innehatte, ihr 1931/32 als Rektor vorstand, gegen die Nazi opponierte und 1937 zwangsemeritiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Litt an der Uni zurück, folgte 1947 aber einem Ruf an die Universität Bonn, weil er in der sowjetischen Besatzungszone ein totalitäres System kommen sah.

Schmidt nutzte die Preis-Zeremonie, um das sogenannte Qualitätsmanagement an den Hochschulen zu hinterfragen und den Trend zur Ökonomisierung von Lehre und Forschung zu kritisieren. "Betriebswirtschaftliche Steuerungslogik und akademische Strukturen passen nicht zusammen." Er sei skeptisch, wenn versucht werde, die Güte der Wissensvermittlung mit Kennzahlen und Diagrammen zu vermessen und durch üppiges Berichtswesen abzubilden.

Unter dem Motto "Nachhaltig lernen - forschend, selbstbestimmt und engagiert" war der Tag der Lehre als breite Diskussionsplattform und Ideenbörse für Dozenten und Kommilitonen angelegt. Prorektor Thomas Hofsäss erklärte, es gehe beispielsweise um das Ausprobieren neuer hochschuldidaktischer Formate und mehr Studierenden-Zentrierung bei der Ausbildung.

Der Tag stand aber auch schon im Zeichen des Litt-Symposiums, das bis morgen an der Uni mit viel Programm aufwartet und sich mit der Leipziger Stadtgesellschaft und dem Widerstand gegen die Nazis befasst. Vor allem ranken sich die Vorträge um den früheren Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, der im Februar 1945 hingerichtet wurde, und um Levin Ludwig Schücking, der einst das Anglistik-Institut der Uni leitete und während der braunen Gewaltherrschaft aufgrund seiner pazifistischen Haltung politischen Repressalien ausgesetzt war. Rektorin Beate Schücking, die Großnichte des namhaften Shakespeare-Forschers, der 1944 sein Lehramt in Leipzig niederlegte und nach dem Krieg in Bayern wirkte, steuert morgen zur Tagung eigene Erinnerungen an den Großonkel bei. "Bilder einer Gelehrtenfamilie" hat sie ihren Vortrag überschrieben.

www.uni-leipzig.de/~litt/aktuelles

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2014

Beck, Mario

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