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Polypentest: Indago verklagt Universität Leipzig

Polypentest: Indago verklagt Universität Leipzig

Der Schlagabtausch zwischen der Leipziger Uni und der hiesigen Biotech-Firma Indago über die Aussagekraft eines von dem Unternehmen entwickelten Bluttests für Darmpolypen hat jetzt die Justiz erreicht.

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Quelle: Friso Gentsch/Symbolbild

Leipzig. Vor dem Leipziger Landgericht will die in der Biocity am Deutschen Platz ansässige Indago GmbH eine Erklärung erwirken, nach der die Alma mater bestimmte Aussagen im Zusammenhang mit einer klinischen Studie zu dem sogenannten PSP-Diagnostikverfahren künftig unterlassen müsste.

Konkret geht es um Passagen in einer Pressemitteilung der Uni vom 13. Juni 2014 sowie um ein Statement von dem für Forschung zuständigen Uni-Prorektor in einem Rundfunkinterview. In der Medien-Information hatte die Uni unter Berufung auf eine eigene Expertenkommission wissen lassen, dass eine im "Journal of Translational Medicine" auf der Basis der Studie erschienene Veröffentlichung nicht haltbar wäre. Schlussfolgerung: Der Test wäre wegen seiner unzureichenden Treffsicherheit und der fehlenden Qualitätskontrolle für eine valide labormedizinische Diagnostik ungeeignet. Der Uni-Prorektor wiederum verwies in dem Hörfunkbeitrag darauf, die Uni sei nur marginal an der Studie beteiligt gewesen, lediglich ein Nachwuchswissenschaftler habe an der Bildauswertung mitgewirkt.

Richterin Corny Schröpfer stellte gestern klar, dass es bei dem Zivilverfahren nicht um die Klärung der Frage gehe, wie der Test und die Studie aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten seien. Darüber habe sie nicht zu befinden, sondern nur darüber, ob die in Rede stehenden Aussagen vom Recht auf freie Meinungsäußerung im Rahmen einer wissenschaftlichen Kontroverse gedeckt seien oder nicht. Als schwierig erwies es sich bei der Verhandlung herauszufinden, wer bei einer Reihe von Abmachungen eigentlich die Vertragspartner waren.

Der anwesende Indago-Geschäftsführer meinte, die Uni habe ihre Rolle bei dem Projekt heruntergespielt und sei über das Translationszentrum für regenerative Medizin (TRM) und dessen Forschungsdirektor stark eingebunden gewesen. Außerdem habe die Uni-Expertenkommission die Studie als solche, die dem PSP eine Sensitivität von 72,4 Prozent und damit eine Überlegenheit gegenüber bisherigen Tests bescheinigte, gar nicht überprüft, sondern sich nur mit der Publikation befasst, bei der es allerdings noch Klärungsbedarf gebe. Er sprach von "einem Feldzug" der Uni gegen Indago, die als betrügerische Firma hingestellt werde. Bisher gebe es keinen Anlass zu behaupten, dass die Studie methodisch unsauber sei.

Als Uni-Prozessbevollmächtigter sagte Rechtsanwalt Steffen Pruggmayer, der TRM-Forschungsdirektor habe das Projekt nur in einer Nebentätigkeit begleitet und der betreffende Uni-Prorektor habe sich in seiner Aussage in der Radiosendung nicht auf die Studie, sondern auf die Veröffentlichung in dem Medizin-Journal bezogen. Richterin Schröpfer regte eine gütliche Einigung an, die aber nicht zustande kam. Ein Urteil fiel gestern auch nicht. Am 10. Oktober soll es nun verkündet werden. Wie berichtet, gründet sich der Indago-Test auf einer als Blutkristallanalyse bezeichneten Technologie. Kurz gesagt, werden bei dem umstrittenen Verfahren Blutproben bis auf 560 Grad Celsius erhitzt, thermisch zersetzt und dann analysiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2014

Mario Beck

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