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Bildung Prediger mit Kameras im Marschgepäck - Leipziger Missionare erkundeten Ostafrika
Leipzig Bildung Prediger mit Kameras im Marschgepäck - Leipziger Missionare erkundeten Ostafrika
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23:59 25.07.2013
Emil Müller bei der Kamera-Arbeit in Ostafrika. Quelle: Leipziger Missionswerk

Die Prediger waren aber auch forschend unterwegs, erkundeten die Sprache und Bräuche der Einheimischen. Und - in bester ethnologischer Manier - dokumentierten die Glaubensbrüder vieles von dem, was sie vor Ort zu sehen und zu hören bekamen. Im Marschgepäck hatten sie schwere Plattenkameras und drückten, wann immer sich ein treffliches Motiv bot, auf den Auslöser. Tausende Aufnahmen entstanden.

Einen "Foto-Schatz" nennt das Adam Jones, der an der Leipziger Universität die Professur für afrikanische Geschichte und Kultur innehat. Seit rund zehn Jahren ist er mit Studenten dabei, diesen Fundus im Schulterschluss mit Experten des Leipziger Missionswerkes aufzuarbeiten. Systematisch werden die zwischen 1896 und 1939 geschossenen Bilder digitalisiert und in eine Datenbank, das Internet-Missionsfotografie-Archiv, eingespeist. Aber dabei lässt es das Team um Jones nicht bewenden. Recherchen zum Wirken der Missionare gehören ebenso zu dem Projekt wie ein Blick hinter die Fotos. "Sie sprechen ja nur bedingt für sich, da braucht es noch fundierte Einordnungen", so Jones, der 2011 mit seinen Studenten in der Peterskirche schon als Ausstellungsmacher in Aktion trat. "Wie im trüben Spiegel" war die Schau überschrieben, die mit 100 Fotografien und korrespondierenden Erklärstücken aufwartete. Jetzt wird mit einem im hiesigen Universitätsverlag erschienenen Buch bild- und wortreich nachgelegt. Über 150 Seiten reicht der Streifzug durch jene Zeit, als Guth, Blumer, Müller und viele andere für die Leipziger Mission in Ostafrika unterwegs waren, das Evangelium verkündeten, Kirchen, Schulen und Krankenstationen errichteten. Der nun vorliegende Band (24 Euro) ist viel mehr als nur gedruckte Überlieferung, er zeichnet ein großes Sittengemälde, weil die Männer mit der Kamera das Alltägliche des dörflichen und Arbeitslebens einfingen.

Zu sehen sind aber ebenso beeindruckende Porträts von Massai oder vom alten Medizinmann Sempombe, der auf dem betreffenden Foto emsig mit Guth im Gespräch ist. Und Blumer stand nicht nur - wie bei einer Elefantenjagd - hinter der Kamera, sondern posierte auch davor. Seine Frau Bertha betätigte dann den Auslöser.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2013

Mario Beck

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