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Bildung Problem mit Gluten - Leipziger Forscher setzt sich für Zöliakie-Screening ein
Leipzig Bildung Problem mit Gluten - Leipziger Forscher setzt sich für Zöliakie-Screening ein
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00:24 20.05.2015
Symbolbild. Quelle: dpa
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Leipzig

Georg überzeugt. Für Samstag hatte die DGZ im Uni-Campus Augustusplatz auch eine Reihe ärztlicher Vorträge zu dieser Autoimmunerkrankung (Ursache unklar) vorbereitet, wo Richter seinerseits mit ersten Ergebnissen einer Studie zum Zöliakie-Screening aufwartete. Die fand im St.-Georg und im zugehörigen Wermsdorfer Fachkrankenhaus Hubertusburg 2013 und 2014 statt.

In der Georg-Kinderklinik waren 1843 Mädchen und Jungen ab einem Jahr einbezogen; in Wermsdorf 1800 Personen, darunter aber auch 500 Erwachsene. Ganz gleich, weshalb sie alle ambulant oder stationär in die Kliniken kamen: War es nötig, Blut abzunehmen, wurde nach der Erlaubnis gefragt, noch ein zweites Röhrchen für die Studie abzapfen zu dürfen. In einem Lübecker Labor wurde dies dann auf zöliakiespezifische Antikörper untersucht. Zeigte sich eine hohe Antikörper-Konzentration, teilte man das den Patienten mit, bot individuelle Beratung und detailliertere Untersuchung an. „Allein in den verschiedenen Abteilungen der beiden Kinderkliniken im Georg und in Wermsdorf wurde so letztlich bei mehr als 35 Patienten quasi nebenher Zöliakie diagnostiziert", sagte Richter. „Das entspricht der extremen Häufigkeit von einem Zöliakiepatient je 50 bis 100 untersuchter Kinder."

Zudem habe sich gezeigt, dass Zöliakie nicht nur klassische Symptome wie Durchfall und Gedeihstörung hervorruft. „Viele leiden gar an Verstopfung. Ein Patient mit Zappelphilippsyndrom ADHS, bei dem wir im Zuge der Studie auch unvermutet auf Zöliakie stießen, benötigte unter glutenfreier Diät keine ADHS-Therapie mehr." Eine 17-jährige Patientin, bei der Zöliakie ebenso zufällig zu Tage kam, habe schlimm an chronischen Hautproblemen gelitten. „Sie hatte so viele Arztbesuche absolviert, bis wir durch ein Screening Zöliakie als Grund dafür fanden. Dank glutenfreier Kost ist sie nun beschwerdefrei." Richter und Team geht‘s bei der Analyse vor allem um die Häufigkeit von Zöliakie. „Andere Studien legten zuletzt nahe, dass die, wie in Finnland, wesentlich öfter vorkommt, als bisher angenommen. Für Deutschland fehlen da noch genaue Angaben", so Richter, der letztlich mit fundierten Fakten die hiesige Politik gern dazu bewegen würde, zumindest für Kinder ein Zöliakie-Screening einzuführen.

Angelika Raulien

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