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Bildung Reclam-Schüler machen Politik: Mit dem "Modell Europa Parlament" auf Berlinkurs
Leipzig Bildung Reclam-Schüler machen Politik: Mit dem "Modell Europa Parlament" auf Berlinkurs
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09:51 01.12.2009
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. Als einziges sächsisches Gymnasium schickt das Leipziger Reclam im Februar eine Delegation zum nationalen Wettbewerb nach Berlin. Das Videoteam von LVZ-Online besuchte die Gruppe bei ihren Vorbereitungen.

Seit zehn Jahren leitet Steffi Kruschel, Lehrerin für Gemeinschafskunde, Recht und Wirtschaft am Reclam-Gymnaisum, das Modell Europa Parlament an der Schule. "Wir haben dieses Jahr eine sehr fitte Gruppe. Und ich freue mich, dass auch wieder Jungen dabei sind", sagt sie. Schulsprecher Maximilian Kabis zum Beispiel, der die Chance nutzt, seine Ambitionen für später auf Alltagstauglichkeit abzuklopfen. "Ich kann mir vorstellen, später in die Politik zu gehen", sagt er.

Lisa Wieland findet, "jeder sollte sich für Politik interessieren. Wir dürfen bald wählen gehen, spätestens dann sollte man sich genauer über Politik informieren", findet sie. In der MEP-Gruppe hat sie nicht gerade leichte Kost zu verdauen: Sie kümmert sich im Modell als Vertreterin des Ausschusses für innenpolitische Angelegenheiten darum, wie der EU-Reformvertrag von den Bürgern besser angenommen werden kann. Allerdings wird sie nicht für Deutschland argumentieren, sondern für Ungarn.

Jedes der 16 deutschen Bundesländer bekommt vom Deutschen Komitee e.V. des MEP ein Land zugeteilt, dass es in Berlin vertreten wird. Jeder Schüler muss sich auf "seine" Ausschussitzung vorbereiten. Mit Themen wie Integration von Minderheiten, Klimaschutz, Kinderrechte, Suchtgefahr etc. Pro Woche fällt da für Lisa und ihre AG-Mitstreiter am Reclam rund eine Stunde Extra-Arbeit an. "In Berlin werden wir dann alle in einen Ausschuss gesteckt und müssen dort unser Land und unser Bundesland vertreten", erklärt Maximilian.

Yasemin Said war letztes Jahr dabei. Weiß wie man Reden schreibt und sich produziert in den noch fremden Räumen des Bundesrates, des Bundespresseamtes und der Ländervertretungen. Rund 160 Schülerinnen und Schüler treffen sich dort, um für ihre Sache gerecht zu streiten. "Ich helfe in diesem Jahr der Gruppe, sich auf den Termin vorzubereiten", beschreibt sie ihre Rolle.

Acht Schülerinnen und Schüler werden in Berlin dabei sein können, acht Ausschüsse sind zu besetzen. Yasemin findet, dass alle ihre Sache ziemlich gut machen, und sie hat dafür auch schon mediengerechte Sätze parat - man merkt ihr die Erfahrung eben an. Steffi Kruschel hofft, dass sich wie in den Vorjahren Schülerinnen und Schüler des bilingualen Reclam-Gymnasiums (Deutsch/Französisch) für die internationalen Runden qualifizieren.

Der Förderverein der Schule unterstützt das Projekt wirtschaftlich, alle Eltern und Freunde drücken Daumen. Im Februar gibt es vor den Ferien eine Generalprobe, "bitte schon in formeller Kleidung", ruft Steffi Kruschel auf. Die Lehrerin strahlt Gelassenheit aus. Sie ist stolz auf die Gruppe, für die Europa schon jetzt weit mehr ist, als ein abstraktes Gebilde von Verordnungen. Und egal, wie es in Berlin ausgeht. Im nächsten Jahr wird sie wieder Zehntklässler um sich scharen. Damit Eruopapolitik nicht schläfrig macht, sonder hellhörig. Morgens um sieben. In Leipzig.

Evelyn ter Vehn, LVZ-Online

Evelyn ter Vehn

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