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Bildung Rektorkrise: Leipziger Uni-Senat tagt wieder hinter verschlossenen Türen
Leipzig Bildung Rektorkrise: Leipziger Uni-Senat tagt wieder hinter verschlossenen Türen
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20:02 27.10.2015
Nicht auf der Kandidatenliste für die Rektorwahl an der Leipziger Uni. Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking. Quelle: André Kempner
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Auf der Nominierungsliste können bis zu drei Anwärter benannt werden, die eigentliche Wahl obliegt dann dem erweiterten Senat mit seinen mehr als 90 Mitgliedern. Doch vorher muss das sogenannte Benehmen zwischen Senat und Hochschulrat über die Liste erfolgen. Das heißt: Beide Gremien sollten möglichst einen gemeinsamen Nenner finden. Ein Vetorecht hat der Senat laut Hochschulgesetz aber nicht, er kann nur eine Stellungnahme abgeben. Über diese wurde am Dienstag vertraulich beraten und sie dann beschlossen. Der Inhalt blieb geheim. Im Vorfeld hatte sich angedeutet, dass die Meinungen im Senat weit auseinander gehen.

Bei der Sitzung dürfte auch der Entwurf eines Positionspapiers heiß diskutiert worden sein, in dem der Hochschulrat massiv angezählt wird. In der Vorlage soll stehen, dass das Auswahlprozedere und die daraus resultierende Zweierliste nicht ausreichend plausibel sind und erhebliche Mängel aufweisen. Diese Generalkritik soll detailliert begründet sein: Demnach würden weder das Protokoll des Hochschulrates noch dessen mündliche Erklärungen hinlängliche Gründe benennen, die den Ausschluss einer Kandidatin rechtfertigen. Außerdem sei der Gleichstellungsbeauftragte der Uni nicht einbezogen worden und in den Dokumenten des Rates werde nur ungenau auf die in der Stellenausschreibung genannten Befähigungskriterien für den Rektorposten eingegangen. In der Vorlage soll ebenso auf eine fehlende Risikoabwägung bei der vollzogenen Kandidatenauswahl hinsichtlich der juristischen Anfechtbarkeit sowie die nicht vorhandene Wahlmöglichkeit „zwischen Wechsel und Kontinuität“ im Rektoramt hingewiesen worden sein. Ob die dem Hochschulrat zugeleitete Stellungnahme auch so scharf formuliert ist, steht dahin.

Jedenfalls soll nun wohl noch bis zum November weiter nach einer Kompromisslinie mit dem Hochschulrat gesucht werden. Sollte sie gefunden werden, wäre die Wahlversammlung im Dezember möglich. Denn drei Wochen vorher muss der Termin dafür bekannt gegeben werden.

Schücking steht der Alma mater seit Februar 2011 vor und machte im Juli dieses Jahres öffentlich, dass der Hochschulrat sie von der Kandidatenliste verbannt hatte. Seitdem gibt es nicht nur eine heftige Kontroverse um den „Fall Schücking“, sondern auch um die generelle Rolle von Hochschulräten in Sachsen.

Von Mario Beck

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