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Bildung Rektorwahl - Ministerin Stange warnt vor Zerreißprobe
Leipzig Bildung Rektorwahl - Ministerin Stange warnt vor Zerreißprobe
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Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) Quelle: dpa
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Leipzig

"Daran kann keinem gelegen sein, das würde die Gesamtuniversität beschädigen", sagte sie der LVZ. Wie berichtet, hatte der Hochschulrat gegen die Nominierung von Amtsinhaberin Beate Schücking für den Spitzenposten votiert, der zum 1. März 2016 zu besetzen ist. Auch der Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Jürgen Haase, wurde aus dem Rennen genommen.

 Nur zwei externe Bewerber sollen zum Zuge kommen, deren Namen noch geheim sind. Ratsvorsitzender Reinhold Grimm hatte betont, das Verfahren sei fair verlaufen. Es bleibe dabei, dass nur die zwei Externen auf die Vorschlagsliste gesetzt werden. Die Entscheidung des Rates, dem fünf vom Uni-Senat und vier vom Wissenschaftsministerium bestimmte Mitglieder angehören, sei "sehr einmütig" gewesen. "Es gibt angesichts dessen keine Alternative", so Grimm. Voraussichtlich Anfang Oktober will er dem Senat die zwei Kandidaten vorstellen und begründen, warum Schücking und Haase nicht gelistet wurden.

 Stange erklärte mit Blick auf das Verfahren, es sei bisher rechtlich sauber verlaufen, der Listenvorschlag des Hochschulrates dürfe aber "nicht unumstößlich" sein. Zwar habe der Senat kein Vetorecht, aber wenn er in seiner Stellungnahme nicht den Auffassungen des Hochschulrates folge, sei es im Sinne aller Beteiligten, eine Kompromisslinie zu suchen, damit der erweiterte Senat als Wahlgremium nicht "in eine außerordentlich komplizierte Lage" gerate. Früher war es notwendig, dass Senat und Hochschulrat über die Wahlliste Einvernehmen erzielen mussten, im derzeit geltenden Gesetz ist nur noch das sogenannte Benehmen erforderlich. Der Hochschulrat braucht formal also nicht den Segen des Senates für die Liste, auf der maximal drei Namen stehen dürfen. Schücking eine Chance einzuräumen, wurde in den letzten Wochen vielfach gefordert. Zumal sie vom Hochschulrat zur Bewerbung ermuntert worden war und nach dem Vorstellungsgepräch zunächst ein positives Feedback bekam.

 Unabhängig davon meinte Stange, die Möglichkeit einer "personellen Kontinuität" wäre aus ihrer Sicht wünschenswert. Es liege aber allein bei den Gremien, demokratisch darüber zu befinden, "was gut und richtig für die Zukunft der Universität ist". Sie erinnerte daran, dass noch dieses Jahr die Eckpunkte des bis 2025 reichenden sächsischen Hochschul-Entwicklungsplanes fixiert werden sollen. Nur wenn er zustande kommt, werden die Hochschulen ab 2017 von weiterem Stellenabbau verschont. Allerdings müssen sie 2016 noch 83 Stellen als künftig wegfallend deklarieren. Unklar ist, wie viele davon auf die Uni Leipzig entfallen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2015

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