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Bildung Resolution gegen Kürzungen an der Uni Leipzig ohne CDU - "Spiel mit falschen Karten"
Leipzig Bildung Resolution gegen Kürzungen an der Uni Leipzig ohne CDU - "Spiel mit falschen Karten"
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17:01 13.02.2014
Die Universität Leipzig soll weiter Stellen streichen - die Stadtpolitiker wollen das nicht hinnehmen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzigs

Die CDU-Stadtratsfraktion hält die Staatsregierung allerdings für den falschen Adressaten und spricht von einem "Spiel mit falschen Karten".

Leipzigs. Vertreter der Stadtratsfraktionen in Leipzig fordern vom Freistaat die Rücknahme der jüngsten Kürzungspläne für die Universität. Am Donnerstag sei eine parteiübergreifende Resolution an Ministerpräsident Stanislaw Tillich und das Wissenschaftsministerium übergeben worden, so die Stadt Leipzig. Die CDU-Stadtratsfraktion hält die Staatsregierung allerdings für den falschen Adressaten und spricht von einem "Spiel mit falschen Karten".

Die Theaterwissenschaften und die klassische Archäologie stehen in Leipzig vor dem Aus. Rund 400 Studenten wären von der Schließung derzeit betroffen. Die Einsparung ganzer Universitätsinstitute sei nach einer Reihe harter Sparmaßnahmen Tiefpunkt einer Hochschulpolitik, die der Universität Leipzig und der Stadt schade, heißt es in dem Papier. Die Resolution hebt aber die überregionale Bedeutung der Ausbildung hervor: Die Institute für klassische Archäologie und Theaterwissenschaften legten Grundlagen für kulturell gebildete Kräfte weit über Leipzig hinaus. Wissenschaft und Lehre trügen zur Lebendigkeit eines interkulturellen Leipzigs bei. Sie seien außerdem ein Motor für die Wirtschaft der Region.

Veraltete Prognosen als Grundlage

Die Unterzeichner bemängeln, dass das Land für seine Kürzungspläne veraltete Prognosen für Studentenzahlen zu Grunde lege. „Vielmehr müssen die Mittel des Landes für die Hochschulen aufgestockt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Derzeit studieren rund 38.000 junge Leute an Leipzigs Hochschulen. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) unterzeichneten die Fraktionschefs von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linke, FDP und die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerfraktion die Resolution.

CDU nimmt Uni-Rektorin in die Pflicht

Die CDU-Fraktion in Leipzig schloss sich dem Appell nicht an. "Die Hochschulautonomie wurde von allen begrüßt und schließt ein, dass die Universität selbst über Eröffnung und Schließung von Instituten etc. entscheidet", äußerte sich die Fraktionsvorsitzende Ursula Grimm am Donnerstag in einer Mitteilung. Entscheidungsgrundlage sei der Finanzrahmen, über den zwischen Universität und Regierung des Freistaats ein Vertrag abgeschlossen worden sei. Die Rektorin der Universtität, Beate Schücking, habe diesen unterzeichnet und ihn damit auch akzeptiert, so Grimm weiter.

Sie kritisiert, dass die Universität jetzt Institute schließe, "um mit großer Außenwirkung Druck auf die Staatsregierung aufzubauen." An diesem "Spiel mit falschen Karten" wolle sich die CDU nicht beteiligen. Der Unions-Kreisvorsitzende Robert Clemen sieht ebenfalls vor allem die Universität am Zug. Das Rektorat drücke sich vor Richtungsentscheidungen, wenn einfach keinerlei Neuberufungen für Institute stattfinden würden, an denen Professoren in den Ruhestand gehen, hieß es nach der Sitzung des Kreisvorstands in dieser Woche. Trotzdem betonte Clemen: "Wir setzen uns für den Erhalt der Universität Leipzig als Volluni ein."

Evelyn ter Vehn

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