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Bildung Rettung vor der Flut: Mitarbeiter von Leipziger Bibliotheken proben den Ernstfall
Leipzig Bildung Rettung vor der Flut: Mitarbeiter von Leipziger Bibliotheken proben den Ernstfall
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15:11 23.04.2013
Mitarbeiter verschiedener Archive und Bibliotheken bergen in einer Notfallübung am 23.04.2013 nass gewordene Bestände im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

Zusammen mit Mitarbeitern anderer Leipziger Bibliotheken und Archive schnürt sie kleine Pakete aus den nassen Dokumenten und versieht sie mit Nummern. Es geht darum, zu retten, was zu retten ist.

„Das ist interessant, so etwas mal zu machen“, sagt die 49-Jährige. Heute ist das alles nur eine Übung, die Akten werden nicht mehr gebraucht. Doch es gibt zahlreiche Szenarien, die den Ernstfall bedeuten würden: eine Flut, Unwetter, Rohrschäden, kaputte Klimaanlagen. „Die Sorge ist immer da“, sagt Lehnert.

2002 wurden bei der Flut in Sachsen etliche Einrichtungen verwüstet. Zwei Jahre später vernichtete ein Feuer in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar unzählige Bücher. Mit den Katastrophen habe ein Umdenken bei vielen Einrichtungen begonnen, erklärt Almut Märker von der Universitätsbibliothek Leipzig. „Das war ein Impuls“, sagt sie. „Da ist die Öffentlichkeit aufgewacht. Man kann nicht vorsichtig genug sein mit dem Kulturgut.“

Märker ist auch die Vorsitzende des Notfallverbundes Leipziger Archive und Bibliotheken. Inzwischen haben sich in vielen deutschen Städten ähnliche Einrichtungen gegründet. Übungen wie die in Leipzig sollen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter in Bibliotheken und Archiven im Notfall wissen, was sie zu tun haben. Der Verband hat sich im vergangenen Jahr gegründet, inzwischen sind 21 Leipziger Einrichtungen beigetreten, darunter neben der Universitätsbibliothek auch die Deutsche Nationalbibliothek, die Stadtbibliothek und das Bacharchiv.

Heike Gärtner vom Stadtarchiv Leipzig (r) und Kristina Funk-Kunath vom Bacharchiv verpacken in einer Notfallübung am 23.04.2013 nass gewordene Bestände im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig. Quelle: dpa

Die Leiterin der Bibliothek des Bacharchivs, Kristina Funk-Kunath, steht in einem Raum neben dem Magazin. Bei ihr kommen die kleinen nassen Pakete an, die Kathrin Lehnert aus dem Magazin gezogen hat. „Eine wertvolle Erfahrung“, sagt Funk-Kunath zu der Übung. Sie wickelt die Dokumente in Folie ein. Wenn sie das nicht machen würde, würden sie aufquellen und schimmeln. Die Pakete kommen in Kisten. Wäre der Inhalt wirklich wertvoll, müssten sie nun eingefroren werden, um später in Vakuumkammern aufgearbeitet zu werden. Dass so etwas einmal passieren kann, diese Sorge spielt bei Funk-Kunath immer mit: „Es ist nicht ganz unrealistisch.“

Matthias Winkelmann, dpa

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