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Bildung Riesiger Nachholbedarf: Während der Ferien investiert Leipzig Millionen in Schulsanierungen
Leipzig Bildung Riesiger Nachholbedarf: Während der Ferien investiert Leipzig Millionen in Schulsanierungen
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11:01 12.08.2011
Handwerker bauen an der neuen Sporthalle für die Franz-Mehring-Schule. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Gelder in zweistelliger Millionenhöhe fließen in Sanierung, Instandhaltung und Neubauten. Angesichts eines enormen Investitionsstaus und steigender Schülerzahlen sind die Ausgaben dringend notwendig – und reichen längst nicht aus.

Auf Anfrage von LVZ-Online nannte das Amt für Jugend, Familie und Bildung aktuell sechs größere Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro, die wenige Tage vor Ende der Ferien am 20. August kurz vor der Fertigstellung stehen. „In vielen Leipziger Schulen herrscht derzeit rege Bautätigkeit, damit bis zum Beginn des neuen Schuljahres die Baumaßnahmen abgeschlossen sind und der Unterricht ungestört beginnen kann“, teilte die Behörde mit.

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Vier Großprojekte im Umfang von 19,5 Millionen Euro werden fertig gestellt

Vier der sechs Maßnahmen sind mit Kosten von über 2,5 Millionen Euro verbunden:

Insgesamt sieben Millionen Euro gab die Stadt demnach dafür aus, die

Adolph-Diesterweg-Schule

in Volkmarsdorf an einem neuen Standort unterzubringen. Von der Zweenfurther Straße wird die Schule zum kommenden Schuljahr in die Portitzer Straße verlegt, wo ein altes Schulgebäude denkmalgerecht saniert und erweitert wurde. Die sogenannte Förderschule für Lernförderung wird damit an einem Ort gebündelt. Die bisherigen Nebenstellen in der Bisamstraße und der Gundermannstraße gibt die Stadt auf. Die Baumaßnahmen hatten bereits 2009 begonnen.

Kurz vor dem Abschluss stehen die Arbeiten an der

Nachbarschaftsschule

in Lindenau – bis zum Ende der Sommerferien werden die Handwerker aber nicht ganz fertig sein. Stadt und Schulleitung beschlossen daher, dass Schüler und Personal erst in den Herbstferien aus ihrem derzeitigen „Exil“ in der ehemaligen 57. Schule in Leutzch zurückkehren werden. „Mit Beginn der Bauarbeiten wurden schlimmere Schäden als vermutet festgestellt“, begründet die Stadt die Verzögerung. Beispielsweise hätten stark beschädigte Dachbalken unerwartet ausgewechselt werden müssen. Die bislang kalkulierten Kosten dieses Vorhabens: 5,4 Millionen Euro.

An der

Erich-Zeigner-Grundschule

in Plagwitz sanierten Firmen in diesem Jahr die Innenräume. Insgesamt 4,3 Millionen Euro kostete die Erneuerung, damit Schüler und Lehrer nun aus dem alten Gebäudeflügel an der Weißenfelser Straße in „neue, schöne Räume“ umziehen können. Zuvor war bereits die äußere Hülle sowie die Brandschutzvorkehrungen modernisiert worden.

An der

Franz-Mehring-Grundschule

in Stötteritz entstand eine neue Sporthalle mit zwei Spielfeldern. Zudem gestaltete die Stadt den Schulhof um und installierte neue Spielgeräte. Kostenpunkt: 2,8 Millionen Euro.

Für die anderen zwei Projekte gab die Stadt jeweils 300.000 Euro aus. Einmal investierte die Stadt diesen Betrag an der

Albert-Schweitzer-Schule

in Marienbrunn, um den Schulhof neu zu gestalten und spezielle, für Rollstuhlfahrer geeignete Spielgeräte aufzubauen. Eine offenbar dringend notwendige Maßnahme, immerhin ist die Einrichtung eine Förderschule für Mehrfachbehinderte. Der gleiche Betrag floss in Brandschutzmaßnahmen an der

Grundschule Holzhausen

.

Noch immer über 500 Millionen Euro Investitionsbedarf

Im Einzelnen sind die Maßnahmen für die betroffenen Schüler, Lehrer und Eltern erfreulich, an der kritischen Gesamtlage ändern sie jedoch nur wenig. Bei über 500 Millionen Euro liegt nach Recherchen der Leipziger Volkszeitung momentan der Investitionsbedarf. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Sozialbürgermeister Fabian (SPD) hatten deshalb im Juni angekündigt, die Stadt werde künftig jährlich 30 Millionen Euro in die Schulen investieren – ein Szenario, bei dem es dennoch über 20 Jahre dauern würde, die nötigen Umbauten, Sanierungen und Instandhaltungen abzuarbeiten.

Zahl der Schüler in Leipzig steigt in rapide

Ein Grund des enormen Nachholbedarf: Die Stadt sparte nach regen Investitionstätigkeiten in den ersten Jahren nach der Wende ab 2001 bei der Erhaltung der Gebäude und bezahlte lediglich notdürftige Reparaturen. Zum akuten Problem entwickelt sich der Zustand der Schulen angesichts des sogenannten Schulentwicklungsplans 2011, dessen Entwurf Ende Juli öffentlich wurde. Daraus geht hervor, dass die Schülerzahlen in Leipzig aufgrund geburtenstarker Jahrgänge in den kommenden Jahren rapide ansteigen werden. Bis 2019 nimmt beispielsweise die Zahl der Grundschüler von momentan 13.000 auf 17.000 zu, so die Prognose.

Wo weitere Großprojekte begonnen haben und wie der Stadtelternrat die bisherigen Maßnahmen beurteilt, lesen Sie auf Seite 2.

Robert Nößler und Alexander Laboda

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