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Bildung Rostocker Forscher erkennen Alzheimer-Mechanismus - Leipziger Experte: wichtiger Schritt
Leipzig Bildung Rostocker Forscher erkennen Alzheimer-Mechanismus - Leipziger Experte: wichtiger Schritt
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18:00 01.09.2011
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Rostock

Nach Angaben des Forschungsleiters Jens Pahnke ließ sich zudem mit dem bereits seit Jahrzehnten bekannten Arzneistoff Thiethylperazin die Menge der Alzheimer-Eiweiße innerhalb von 25 Tagen um rund 70 Prozent senken. Es sei somit das erste Mal gelungen, die Funktion des ABCC1-Transporters für die Alzheimer-Demenz aufzudecken und auch medikamentös zu beeinflussen. Es gelte nun, dieses Medikament weiterzuentwickeln. Pahnke ging davon aus, dass bis zum Einsatz noch weitere fünf Jahre vergehen könnten.

„Bei jedem Menschen bilden sich im Gehirn als normaler Vorgang des Alterns die giftigen Stoffe, aus denen die Alzheimer-Plaques bestehen“, sagte Pahnke. Bei gesunden Menschen klappt jedoch der Abtransport aus dem Gehirn. Das Resultat der Ablagerungen sei das Absterben der Nervenzellen und somit die Entwicklung einer Demenz. „Wie diese Kaskade bei 99 Prozent der Alzheimer Patienten funktioniert, ist völlig unbekannt. Nur bei den wenigen familiärem Alzheimer-Fällen kennen wir die Ursachen“, sagte Pahnke. Bislang seien keine Behandlungsmöglichkeiten bekanntgewesen, die das Erkrankungsalter oder den Verlauf signifikant beeinflussen können.

Für die Rostocker Forschungen wurden eigens Alzheimer-Mäuse so gentechnisch manipuliert, dass ihnen jeweils ein ABC-Transporter fehlte und so die für das Alzheimer-Peptid wichtige Blut-Hirn- Schranke unüberwindbar wurde. Diese Schranke ist eine schützende Barriere, mit der das Gehirn auch den Ein- und Abtransport von verschiedensten Stoffen regulieren kann.

Derzeit suche das 20-köpfige Forscherteam deutschlandweit Patienten, um die Funktion des neuen Transporters besser bestimmen zu können. Es sei bekannt, dass dessen Funktion durch Lebensmittel, Medikamente oder andere Umwelteinflüsse zu beeinflussen sei. Dafür suchen die Rostocker insbesondere ältere Ehepaare, bei denen ein Partner unter Alzheimer leidet.

Nach Worten von Wolfgang Härtig, Alzheimer-Experte von der Universitätsklinik Leipzig, ist die Arbeit Pahnkes ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Alzheimer-Therapie. Zwar seien in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten der Diagnose enorm fortgeschritten, bei der Behandlung gebe es aber Stagnation. Die bisherigen Arzneimittel wirkten nicht bei allen Patienten und dann auch nicht länger als ein Jahr. „Jede neue Idee wie die von Pahnke ist da extrem willkommen“, sagte Härtig.

Joachim Mangler, dpa

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