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Bildung Sachsen hat besonders viele Schulabbrecher – fast jeder Zehnte ohne Abschluss
Leipzig Bildung Sachsen hat besonders viele Schulabbrecher – fast jeder Zehnte ohne Abschluss
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11:50 11.12.2014
Im Bildungsvergleich gehört Sachsen laut „Chancenspiegel“ der Bertelsmann Stiftung zur Spitzengruppe - jedoch gibt es hier auch besonders viele Schulabbrecher. Quelle: dpa
Gütersloh

Dies zeigt der am Donnerstag veröffentliche neue „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung.

Neuntklässler aus höheren sozialen Schichten haben zum Beispiel in Mathematik einen Wissensvorsprung von bis zu zwei Jahren gegenüber ihren Klassenkameraden aus bildungsfernen Familien. Als positiv stellt die Studie heraus, dass die Zahl der Schulabbrecher zurückgegangen ist und die Zahl der Abiturienten steigt. Das ist allerdings der bundesweite Blick auf die Expertise. Für Sachsen sehen die Ergebnisse anders aus.

Demnach gehen im Freistaat die Heranwachsenden vergleichsweise oft ohne Abschluss oder Hochschulreife von der Schule ab. Die Quote der Absolventen mit Hochschulreife habe 2012 mit 44,7 Prozent gut zehn Punkte unter dem Bundesdurchschnitt gelegen, heißt. Gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 4 Punkte. Der Anteil der Schulabbrecher betrug laut Studie 9,1 Prozent und lag damit 3 Punkte über dem Schnitt.

Besser schnitt Sachsen bei der Kompetenzförderung ab, etwa in Mathematik. Bei anderen Bildungsvergleichen gehörte das Bundesland mehrfach zur Spitzengruppe. Der „Chancenspiegel“ der Bertelsmann Stiftung will zeigen, wo einzelne Bundesländer bei der Schulbildung Defizite haben. An der Studie haben die TU Dortmund und die Universität Jena mitgearbeitet.

Die Wissenschaftler haben auch in einem Bundesland regionale Unterschiede ausgemacht. So legen in Sachsen 44,7 Prozent der Schüler ein Fachabitur oder Abitur ab. Die kommunale Spannbreite liege zwischen 32 und 63 Prozent, hieß es. Genaue Orte nannten die Autoren nicht.

Sachsen-Anhalt

Der Anteil der Schulabbrecher liegt in Sachsen-Anhalt sogar fast doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Zwischen Arendsee und Zeitz lag die Quote 2012 bei 11,6 Prozent - trauriger Spitzenwert in Mitteldeutschland. Dagegen gehen in Sachsen-Anhalt mehr Kinder (48 Prozent) nach der Grundschule aufs Gymnasium (bundesweit 42,9).

Thüringen

Im Vergleich kann besonders Thüringen mit seinem Bildungssystem glänzen. Die Zahl der Schulabbrecher sank laut Studie deutlich. Lag der Anteil der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, 2010 noch bei 8,6 Prozent, ist er seither auf 6,8 Prozent im Jahr 2012 gesunken. Dennoch liegt Thüringen damit über dem Bundesschnitt (6,0 Prozent). Auch der Anteil der Sitzenbleiber ging zurück. 2012 mussten 1,8 Prozent der Schüler in der Sekundarstufe eine Klasse wiederholen, 2009 lag der Anteil noch bei 2,5 Prozent.

Thüringen bietet der Studie zufolge besonders faire Chancen in den Bereichen „Durchlässigkeit“ und „Kompetenzförderung“. In den anderen beiden von den Forschern definierten Gebieten „Zertifikatsvergabe“ und „Integrationskraft“ gehört der Freistaat zur mittleren Gruppe der Bundesländer. Besser schneidet in dem Bildungsvergleich in der Gesamtschau kein anderes Bundesland ab. (mit dpa)

mro

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