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Bildung Sachsen kann Planstellen nicht mit Lehrern besetzen - ein Drittel Quereinsteiger
Leipzig Bildung Sachsen kann Planstellen nicht mit Lehrern besetzen - ein Drittel Quereinsteiger
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23:34 07.02.2017
Sachsen hat fast alle eingeplanten Lehrstellen mit neuem Personal besetzt. Die Lage ist jedoch nach wie vor angespannt. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Miese Lage, aber positives Zwischenfazit der Landesregierung: Trotz akuten Nachwuchsmangels im Lehrerbereich in Deutschland hat Sachsen nahezu alle angepeilten Stellen mit neuen Kräften besetzt. Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres seien für immerhin 765 Stellen junge Pädagogen gefunden worden, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) gestern in Dresden, die Zielvorgabe lag bei 800.

Kurth ist guter Dinge, dass für die 35 noch offenen Stellen in den kommenden Wochen entsprechendes Personal eingestellt werden kann. Trotz der Beinahe-Punktlandung machte die Ministerin gestern keinen Hehl aus der schwierigen Situation im Schulbereich. „Ich hätte niemals geglaubt, dass das geschafft werden kann“, sagte sie. „Lehrer sind Mangelware“, die Lage sei reichlich angespannt.

Insgesamt hätten sich auf die 800 Stellen immerhin rund 2260 Kandidaten beworben. Das ist die gute Nachricht, die schlechte aber lautet: Nur gut ein Drittel davon war vollständig ausgebildet, und nicht wenige wollten in bestimmte Städte in ausgewählte Schulbereiche – am liebsten auf Gymnasien in Leipzig oder vielleicht noch Dresden.

Freistaat greift auf Seiteneinsteiger zurück

Das entspricht aber nicht dem Bedarf im Freistaat. Entsprechend erhielten unflexible Kandidaten eine Absage, stattdessen kamen Seiteneinsteiger zum Zuge. Rund ein Drittel der Bewerber für die jetzt besetzten Stellen kamen laut Kurth aus fachfremden Berufen, vor einem halben Jahr waren es noch 46 Prozent. Der pädagogische und didaktische Nachholbedarf von Seiteneinsteigern sei hoch, sagte die Ministerin. „Der Erfolg dieses Weges hängt auch maßgeblich von der Bereitschaft der Lehrerkollegien ab, die neuen Kollegen dabei zu unterstützen.“

Dabei wurde die Ministerin nicht müde, auf die Vorzüge von Seiteneinsteigern hinzuweisen. Mit ihnen kämen nicht nur „neue Impulse“ an die Schulen, sondern auch fachspezifisches Können. Und vor allem: Ohne Seiteneinsteiger wären Neulehrer auf dem leer gefegten Arbeitsmarkt nicht zu bekommen.

Bevor sie vor die Klasse treten, werden die Seiteneinsteiger auf den Unterricht vorbereitet. Seit Jahresbeginn nehmen 114 von ihnen an einer dreimonatigen Einstiegsfortbildung teil. Am 1. März beginnen weitere Seiteneinsteiger mit den Qualifizierungsmaßnahmen.

lis / jk

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