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Bildung Schücking bleibt Rektorin der Leipziger Uni
Leipzig Bildung Schücking bleibt Rektorin der Leipziger Uni
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17:24 31.01.2017
Blumen für die alte und neue Rektorin der Uni Leipzig: Herausforderer Jan Palmowski gratuliert Beate Schücking nach ihrem Wahlsieg. Quelle: André Kempner
Leipzig

An der Spitze der Leipziger Universität gibt es keinen Wechsel: Amtsinhaberin Beate Schücking setzte sich am Dienstag bei der Rektorwahl gegen Jan Palmowski durch, der als externer Kandidat nominiert worden war. Bei der Abstimmung des erweiterten Senates konnte Professorin Schücking 44 Ja-Stimmen für sich verbuchen, für Palmowski votierten 23 Senatoren. Der 48-Jährige, der an der Universität im englischen Warwick die Professur für neuere Geschichte innehat und gerade Vater eines Sohnes geworden ist, gratulierte der 61-jährigen Medizinerin zum Sieg. Mit der Entscheidung ging eine lange und mit vielen Gremienkämpfen verbundene Hängepartie um die Besetzung des Spitzenpostens zu Ende.

Schücking zeigte sich darüber erleichtert und dankte für das in sie gesetzte Vertrauen. Sie steht der Uni seit März 2011 vor und wird das nun auch in den nächsten fünf Jahren tun. Das Votum fiel hinter verschlossenen Türen im Hörsaal 9 auf dem Campus am Augustusplatz. Die beiden vom Hochschulrat und dem Senat gelisteten Bewerber hatten zunächst Gelegenheit, noch einmal sich und ihre Vorstellungen von der künftigen Entwicklung der Universität vorzustellen und wurden dann vom Wahlgremium einer intensiven Befragung unterzogen.

Während der aus Lingen im Emsland stammende, aber schon in jungen Jahren nach Großbritannien gegangene Historiker bei der hochschulöffentlichen Vorstellungsrunde am letzten Sonnabend noch per Video-Konferenz zugeschaltet war, flog er am Dienstag ein. Hätte er die Wahl für sich entschieden, wäre er der erste aus dem Ausland kommende Rektor der Uni geworden. „Natürlich bin ich enttäuscht, ich gratuliere Frau Schücking zu dem tollen Ergebnis und wünsche Uni das Beste“, meinte Palmowski.

Schücking erklärte, sie sei überwältigt von dem Vertrauensbeweis und sehe das als großen Impuls für ihre weitere Arbeit. Perspektivisch muss sie das Rektoratskollegium an der 1409 gegründeten und zweitältesten ununterbrochen arbeitenden deutschen Universität neu formieren. Bisher standen ihr die Professoren Matthias Schwarz, Thomas Lenk und Thomas Hofsäss als Prorektoren zur Seite. Hofsäss und Lenk signalsierten zwar, dass sie weiter zur Verfügung stehen, aber Schwarz scheidet definitiv aus, weil er im Herbst für längere Zeit nach Princeton geht.

Für die nun erfolgte Rektorwahl hatte es in der Vergangenheit zwei Anläufe gebraucht und viele Turbulenzen gegeben. Die erste Runde – bei Schücking als Bewerberin nicht nominiert worden war – scheiterte, als die zwei vorgeschlagenen externen Kandidaten Ende 2015 entnervt das Handtuch warfen. Beim aktuellen Wahlverfahren war mit Enrico Schleiff (45) aus Frankfurt/Main ursprünglich noch ein dritter Bewerber gelistet. Der Bio-Professor zog aber Mitte Januar 2017 seine Kandidatur zurück – aus „persönlichen Gründen“, so dass nur noch Schücking und Palmowski im Rennen blieben.

Von Mario Beck

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