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Schul-Kollegium im Rabet wehrt sich in offenem Brief

Rückendeckung für Rektorin Schul-Kollegium im Rabet wehrt sich in offenem Brief

Prächtige Stimmung am heißen Dienstag an der Grundschule im Rabet: Die Bildungseinrichtung im Leipziger Osten, seit Monaten wegen heftiger Differenzen zwischen Schulleitung und Elternschaft in den Schlagzeilen, feiert den Aktionstag "Schule, Sport, Integration".

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Fußballbegeistert am Rabet: Petra Köpping (l.) und Aydan Özoguz.

Quelle: Sebastian Willnow

Leipzig. Aydan Özoguz (48; SPD), die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist da, die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (57; SPD) auch. Und Jimmy Hartwig, Ex-Bundesligaprofi beim Hamburger SV und Anfang der Neunziger kurzzeitig Coach des FC Sachsen Leipzig. Der Sohn eines afroamerikanischen Vaters und einer weißen deutschen Mutter weiß, was es bedeutet, als Kind mit Migrationshintergrund in Deutschland klarzukommen.

 Dem heute 60-jährigen Hartwig half der Sport bei seinen Bemühungen um Anerkennung. Deshalb ist er als Integra- tionsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes genau der richtige Mann, um gestern am Rabet Zaungast eines Turniers kickender Kids zu sein. Bekanntlich weist die Schule in der Eisenbahnstraße 50 den höchsten Migrantenanteil aller Grundschulen im Freistaat auf (mehr als 60 Prozent). Und dank einer AG Judo und einer AG Basketball werden zarte Pflänzchen der Eingliederung und Gewaltprävention bereits gehegt. Ab dem neuen Schuljahr - das ist die freudige Botschaft am Tag des Promi-Besuches - kommt eine weitere soziale Gruppe hinzu, wird es eine AG für Mädchenfußball geben, finanziert von der Laureus-Stiftung.

 Die Freude hierüber ist allenthalben groß. Als weniger gelungen empfindet das Gros des Kollegiums den jüngsten LVZ-Beitrag "Ringen am Rabet". In einem offenen Brief, der am Rande des Aktionstages bekannt wird und den bis auf wenige Ausnahmen alle Pädagogen unterzeichnet haben, reagieren die Lehrer auf die harsche Kritik der Elternratsspitze Katarzyna Pawlitzki (45) und Ulrike Geisler (29) sowie der Kreisvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ines Hartmann (46), vom Wochenende. "Ein Event, das unsere Schule endlich nach außen positiv hätte darstellen können, wird wieder einmal in ein negatives Licht gestellt. Dabei markiert diese Auftaktveranstaltung erst den Beginn eines zweijährigen sportlichen Integrationsprojektes, an dem wir als einzige Schule in Sachsen teilnehmen", schreiben die Lehrkräfte. Es werde mit Füßen getreten, "was wir als Chance für unsere Kinder sehen und was eigentlich auch im Interesse aller Eltern sein müsste". Aus der Zeitung hätten sie erfahren müssen, "dass Lehrer unserer Einrichtung gefrustet, gesundheitlich angeschlagen und suizidgefährdet" sind. Verwunderlich sei, dass Gewerkschafterin Hartmann meint, umfangreich informiert zu sein, obwohl sie zuletzt vor zirka anderthalb Jahren am Rabet gewesen sei.

 Auch die weiteren Zeilen des Schreibens bilden vor allem eines ab: Unverständnis. "Wir sind zutiefst enttäuscht, dass unsere Bemühungen um die Kinder - Bemühungen, die weit über das Maß der Arbeit hinausgehen - immer wieder nicht anerkannt werden und unerwähnt bleiben. Weiterhin äußern wir unseren Unmut darüber, dass permanent eine ehemalige Sportlehrerin als die Einzige an der Schule hervorgehoben wird, etwas für die Integration und Entwicklung unserer Kinder getan zu haben."

 Die vom Elternratsvorstand wegen "gravierender Missstände" angezählte Schulleiterin darf sich über die Rückendeckung der Kollegen freuen. Es verstärke sich der Eindruck, dass die Versetzung der Rektorin "das einzige Ziel weniger Eltern" sei, heißt es in dem Brief weiter. Das Kollegium stehe geschlossen hinter der Schulleiterin.

 Fördervereinschef Uwe Krüger (37), einer ihrer Kritiker, hielt die Rede der Rektorin am Aktionstag für bemerkenswert: "Sie hat sich zu kontinuierlichem vernetzten Arbeiten bekannt. Das halte ich für ein Ergebnis des öffentlichen Drucks, den die Eltern gemacht haben. Daran werden wir sie messen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.07.2015

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