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Seminarraum-Besetzer sind weg vom Fenster - Studienbetrieb an Uni Leipzig wieder normal

Seminarraum-Besetzer sind weg vom Fenster - Studienbetrieb an Uni Leipzig wieder normal

Erst wurde das große Protest-Transparent an der Universitätsstraße eingerollt, später die Plakate am Leibniz-Forum entfernt und nun sind die Besetzer von zwei Räumen auf dem Uni-Campus am Augustusplatz ganz weg vom Fenster.

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Quelle: besi

Gestern lief im Seminargebäude in den Zimmern 110 und 111, die am 24. April von einer Gruppe junger Leute im Handstreich in Beschlag genommen worden waren, der normale Studienbetrieb. Nur der säuberlich ins Treppenhaus gesprühte Spruch "Bildung braucht Raum und Farbe" erinnerte noch an die Aktion, mit der die unter dem Alias-Namen Alex Kramer firmierende Gruppe einen "selbstverwalteten Rückzugsort" an der Alma mater geschaffen hatte.

Wie berichtet, beteiligten sich an der Besetzung zunächst rund 60 Aktivisten. Äußerer Anlass war die polizeiliche Räumung des Institutes für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt/Main. Zugleich wurde aber auch gefordert, dass es an der hiesigen Uni einen Platz für eine "kritische Theoriebildung jenseits der Verwertungslogik" geben müsse. Es folgten zwei Schlichtungsrunden mit Rektorin Beate Schücking und die Suche nach einem alternativen Quartier, die aber zu keinem konkreten Ergebnis führte.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte die Uni-Verwaltung dann Ende Juni die nicht mehr durchgängig von den Besetzern vereinnahmten Seminarräume wieder in den Lehrbetrieb integriert und das Inventar der Gruppe erst auf den Gang stellen und dann zur Abholung deponieren lassen. In ihrem Internet-Blog machten die Ausgesperrten daraufhin mobil. Professorin Schücking habe den vereinbarten Weg einer nicht-konfrontativen Lösung verlassen, hieß es in einem offenen Brief an das Rektorat. Die "ungerechtfertigte Vorgehensweise" zeige, dass die Uni-Spitze das Anliegen der Besetzung entweder nicht ernst nehme oder nicht verstanden habe.

Auf Anfrage sagte Schücking gestern, die besagten Zimmer würden in der Prüfungszeit dringend benötigt und hätten einer Sonderreinigung unterzogen werden müssen. Im Vorfeld der angekündigten Räumung sei sie mehrfach vor Ort gewesen, ohne Besetzer anzutreffen. Geprüft werde derzeit, ob die Cafeteria-Theke im geisteswissenschaftlichen Zentrum in der Beethovenstraße separiert und so außerhalb der Öffnungszeiten ein studentischer Rückzugsraum geschaffen werden könnte. Perspektivisch denkbar wäre dafür auch das Obergeschoss der Mensa in der Liebigstraße, so Schücking. Derzeit ist diese Etage wegen des maroden Daches allerdings gesperrt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Mario Beck

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