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Leipziger Mediziner entwicklen Sensorgurt für schnelle Lungendiagnostik

Überwachung der Atemfunktion Leipziger Mediziner entwicklen Sensorgurt für schnelle Lungendiagnostik

Überwachung der Atemfunktion bei verletzter Lunge: Experten von Uni und HTWK wollen bis 2020 ein System entwickeln, das vor allem Pneumothorax-Patienten hilft.

Überwachung der Atemfunktion bei verletzter Lunge: Experten von Uni und HTWK wollen bis 2020 ein System entwickeln, das vor allem Pneumothorax-Patienten hilft. (Symbolfoto)

Quelle: Shutterstock BOG MTL

Leipzig. Im Verbund mit Firmen haben Experten der Leipziger Universität ein Projekt gestartet, bei dem binnen drei Jahren ein mobiles Gerät zur Überwachung der Atemfunktion bei Patienten mit verletzter Lunge entwickelt werden soll. Mit rund 1,7 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium das Vorhaben namens Impact. Zum Team gehören auch Fachleute der hiesigen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK).

Medizinischer Hintergrund: Obwohl zeitnahe Informationen zur Atemfunktion und möglichen Lungenschädigungen Leben retten können, stehen diese bisher weder am Unfallort noch im Zuge der Rettungskette bis in die Klinik ausreichend zur Verfügung. Dieses Manko soll mit dem neuen System behoben werden, dessen Kernelement ein sogenannter Elektrodengurt ist. „Mit ihm werden Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit in der Lunge gemessen“, erklärte Professor Thomas Neumuth vom Uni-Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (Iccas). Aus den so gewonnenen Daten könne dann sofort ein dynamisches Bild der Lunge generiert und auf einem Monitor des Notfall-Beatmungsgerätes gezeigt werden, ohne Röntgenaufnahmen machen zu müssen.

Bessere Entscheidungsmöglichkeiten für den Arzt vor Ort

Liegt etwa ein durch Lungenriss entstandener Pneumothorax vor, soll der Hightech-Apparat automatisch Alarm geben. „Momentan wird bei einem Pneumothorax-Verdacht häufig prophylaktisch-invasiv vorgegangen und eine Drainage zum Entweichen der Luft gelegt“, erläuterte Privatdozent Andreas Reske. „Mit dem neuen Verfahren soll ein kontinuierlicher Blick in die Lunge möglich sein, der dem Arzt vor Ort bessere Entscheidungsmöglichkeiten gibt“, so der klinische Leiter des am Iccas angesiedelten Projektes. Reske wirkt hauptberuflich als Chefarzt am Zentrum für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin des Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikums. 2020 soll der Prototyp des Gerätes fertig sein.

Dabei geht die Impact-Mannschaft arbeitsteilig vor: Für den Sensorgurt ist ein in Chemnitz ansässiges Unternehmen zuständig, die Bildschirm-Implementierung übernimmt eine Firma aus Nordrhein-Westfalen und an der HTWK wird die nötige Mess- und Analyse-Hardware miniaturisiert. Das 1995 gegründete und seitdem an der Semmelweisstraße in Leipzig ansässige Iccas kümmert sich vorrangig um die Datenmodellierung, mit der die Situation in der Lunge sichtbar gemacht wird.

Die Forscher sind überzeugt von der Funktionsfähigkeit des Systems, das auf der elektrischen Impedanz-Tomografie basiert. In Studien wurde deren Leistungsvermögen schon belegt. „Was fehlt, ist eine breite klinische Anwendung“, meinte Neumuth.

Mario Beck

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