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Bildung Seume und Schumann, Duncker und Dathe - ehemalige Studiosi und ihre runden Jubiläen 2010
Leipzig Bildung Seume und Schumann, Duncker und Dathe - ehemalige Studiosi und ihre runden Jubiläen 2010
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07:48 05.01.2010

Anlaufpunkt bei dieser persönlichen Spurensuche ist das Uni-Archiv in der Oststraße. Dessen Chef Jens Blecher weiß viel - und auch das: "Seit Gründung der Universität Leipzig ließen sich insgesamt 500000 Studiosi immatrikulieren." Auf der Suche nach berühmten oder zumindest bekannten "Ehemaligen", die 2010 auf einen runden Geburts- oder Todestag verweisen können, nennt der Archivar unter anderem Johann Gottfried Seume, Robert Schumann, Hermann Duncker und Heinrich Dathe.

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Seume, Dichter, Schriftsteller, Bildungslegende mit dem "Spaziergang nach Syrakus" (1801/1802) starb vor 200 Jahren. Da lag seine Studienzeit an der Leipziger Universität lang zurück. Hier hatte er sich von 1789 bis 1792 in den Fächern Jura, Philosophie, Philologie und Geschichte gebildet. Er beendete das Studium mit der Habilitation. Das wohl berühmteste Zitat, was Seume zugeschrieben wird, lautet so: "Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder."

2010 ist Schumann-Jahr, zu feiern sein 200. Geburtstag. Er sei der eigentliche Romantiker unter unseren großen romantischen Musikern gewesen - meinte der Leipziger Germanist Hermann August Korff (1882 bis 1963) in seinem Hauptwerk "Geist der Goethezeit". Dieses würde bedeuten, dass Schumann in der universitären Gedächtniskultur einen namhaften Platz habe und folglich auch häufiger gespielt würde. Dem ist eher nicht so. Preise, Ehrungen und Gedenken sowie Gedenkkonzerte seitens der Universität für Schumann gibt es so gut wie gar nicht. Nicht einmal in den Rektoratsreden wird laut Blecher der berühmte Komponist erwähnt. Der Universitätsmusikchor, der in den 1920er-Jahren gegründet wurde, favorisierte lange Zeit mehr Bach und Händel als die Komponisten des 19. Jahrhunderts. Nicht nur Schumann fand demzufolge bei universitären Konzerten und sonstigen akademischen Veranstaltungen wenig Rezeption, sondern auch anderen Komponisten, die mit Leipzig in Verbindung standen - Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Gustav Mahler, Johannes Brahms - erging es so.

Robert Schumann studierte übrigens in Leipzig im Jahr 1828 Jura. Er liebte das Studium nicht, erging sich lieber in "lyrischer Faulenzerey" und betrat, wie auch berichtet ist, den Hörsaal zum Lernen der Juristerei nicht einmal.

Ein bewussterer Student dürfte da schon Hermann Duncker gewesen sein, an den anlässlich seines 50. Todestages zu erinnern wäre. Duncker studierte zunächst Musikwissenschaften und von 1896 bis 1900 Philosophie, Nationalökonomie und Geschichte. Erst Mitglied der SPD und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Redakteur der Leipziger Volkszeitung, gehörte er 1919 zu den Gründern der KPD. In der DDR war er bis zu seinem Tod der Direktor der Gewerkschaftshochschule des FDGB.

Bekannter, vor allem viel populärer, war Heinrich Dathe, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Dathe leitete 34 Jahre lang den Tierpark in (Ost-)Berlin; studiert hatte er von 1930 bis 1934 in Leipzig Zoologie, Botanik und Geologie. Am hiesigen Zoo begann er auch 1934 mit einer Assistentenstelle beim damaligen Direktor Karl Max Schneider seine berufliche Karriere.

Große Beliebtheit erreichte Tierprofessor Dathe mit über 1700 Rundfunksendungen "Im Tierpark belauscht". 

Thomas Mayer

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