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Bildung Soll in Leipzig im Auftrag von Rüstungs- und Pharmaunternehmen geforscht werden?
Leipzig Bildung Soll in Leipzig im Auftrag von Rüstungs- und Pharmaunternehmen geforscht werden?
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16:00 20.12.2018
An der Universität Leipzig darf derzeit über grundlegende ethische Fragen der Forschung abgestimmt werden (Archivbild). Quelle: André Kempner
Leipzig

Studierende der Universität Leipzig sind derzeit aufgerufen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen, die großen Einfluss auf kommende Forschungsprojekte haben könnte. Es geht um die sogenannten „Zivil- und Transparenzklauseln“. Der Studierendenrat (StuRa) der Uni Leipzig hat die Abstimmung ins Leben gerufen.

„Das Thema wird im StuRa mindestens seit 2011 kontrovers diskutiert“, sagte Paul Reinhardt, Referent für Hochschulpolitik im StuRa, gegenüber LVZ.de. „Ziel der Abstimmung ist es, das Stimmungsbild unter den Studierenden zu erfassen und damit eine Grundlage für weitere Diskussionen zu schaffen.“

Der Sinn der Transparenzklausel bestehe darin, Quellen, Höhe und Laufzeit von Drittmitteln, die in die Forschung an der Universität fließen, öffentlich zu machen – unabhängig davon, ob es sich um eine bedenkliche oder unbedenkliche Quelle handelt. Die Zivilklausel wiederum habe den Zweck, dass nur zu zivilen Zwecken und auch nur mittels ziviler Gelder geforscht werde. Dies schließe beispielsweise die Finanzierung durch Rüstungsunternehmen aus.

Sollte die Abstimmung positiv ausfallen, so Reinhardt, werde wohl ein Beschluss im Plenum des StuRas gefasst und dieser anschließend als Vorschlag in den Senat der Hochschule eingebracht. Ob es dann aber tatsächlich zu einer praktischen Umsetzung kommt, ist noch unklar. Umso wichtiger sei, zuvor die Meinungen der Studierenden aufzugreifen. Möglich sei dann beispielsweise die Einführung eines neuen Ethikrates, der darüber entscheiden könne, ob nicht-zivile Geldgeber als kritisch oder unkritisch bewertet werden können.

Die Abstimmung sollte ursprünglich bis zum 23. Dezember laufen, wurde nun aber bis zum 31. Januar verlängert. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, sei noch nicht absehbar, so Reinhardt. Ziel sei es, bis dahin mindestens 15 Prozent der Studierenden zu einer Teilnahme zu bewegen. Die Umfrage läuft über die Uni-Plattform TOOL und ist deshalb Studierenden vorbehalten.

von CN

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