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Bildung Sorgen um den Musikunterricht: Lehrer warnen vor Kürzungen
Leipzig Bildung Sorgen um den Musikunterricht: Lehrer warnen vor Kürzungen
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23:59 17.09.2014
(Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

"Wir wollen mit dem Bundeskongress zeigen, dass wir da sind und dass der Musikunterricht wichtig ist im Gesamtkonzept der Bildung", erklärt Ortwin Nimczik, Bundeschef des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS). Der lädt gemeinsam mit dem Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) nach Leipzig. Das Musiklehrertreffen steht unter dem Motto: "Bildung - Musik - Kultur: Horizonte öffnen" und beinhaltet auch viele Konzerte. Weil beide Verbände ohnehin schon lange für dieselben Ziele kämpfen, gründen sie am Sonnabend in Leipzig den Bundesverband Musikunterricht.

Eine starke Lobby-Organisation scheint nötig, weil die Verankerung des Fachs Musik in der Stundentafel zunehmend zurückgenommen wird. "Musik wird in der Schule an den Rand gedrängt oder fällt ganz aus", sagt AfS-Bundeschef Michael Pabst-Krueger. Auch sein sächsischer Landesvorsitzender Georg Biegoldt konstatiert, dass Musikstunden in den Lehrplänen immer öfter zugunsten "harter" Fächer wie Deutsch, Mathe, Chemie oder Biologie zurückgedrängt werden.

Biegoldt, der an der Uni Leipzig Musiklehrer ausbildet, glaubt, "dass die Bildungspolitiker von heute selbst durch einen Musikunterricht gegangen sind, der ihnen möglicherweise nicht erhaltenswert erscheint". Doch Musikstunden seien im Ansehen der Schüler wieder gestiegen, weil der Unterricht moderner geworden sei, sich auch mit der Musik der jungen Leute selbst befasse.

"Der Zugang von Kindern zu musikalischer Bildung ist ein wesentlicher Auftrag des Musikunterrichts und darf nicht gekürzt werden", warnt Biegoldt. Sachsens Schulen hatten vor 20 Jahren bundesweit die beste Lehrerausstattung im Fach Musik. Weil trotz absehbarer Altersabgänge keine jungen Kollegen eingestellt wurden, erlagen viele dem Werben der westlichen Bundesländer.

Derzeit fehlten Musiklehrer. An vielen Schulen falle das Fach aus. Einige Schulleiter würden sich mit Musikern oder Musikwissenschaftlern auf Honorarbasis behelfen. Doch viele Schulchöre, -orchester und -bands seien bereits zerfallen. Auch Musik-AGs im Rahmen der Ganztagsbetreuung würden immer seltener, da die Lehrer diese Zeit nicht als Arbeitsstunden angerechnet bekämen.

Pro Jahr werden an Sachsens Musikhochschulen knapp 100 Musiklehrer ausgebildet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2014

Andreas Friedrich

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