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Bildung Spektakuläre Rettung aus der Ukraine: Leipziger Ärzte fliegen H1N1-Patienten aus
Leipzig Bildung Spektakuläre Rettung aus der Ukraine: Leipziger Ärzte fliegen H1N1-Patienten aus
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10:32 27.11.2009
Das Ärzteteam auf dem Flug von Charkov nach Leipzig. Quelle: ADAC
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Leipzig

"Die Kollegen in Charkov haben uns um Unterstützung gebeten, weil sie den Patienten, der nach einer H1N1-Infektion ein akutes Lungenversagen erlitt, nicht adäquat versorgen konnten", erklärte Udo Kaisers, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. "Für sie schien eine Verlegung an unser Klinikum die beste Lösung zu sein. Allerdings war der Patient in einem so schlechten Zustand, dass zunächst fraglich war, ob wir ihn überhaupt nach Leipzig transportieren können."

Dies gelang schließlich mit einem Dornier 328-Jet des ADAC. "Bei einem akuten Lungenversagen kann es notwendig werden, die Lungenfunktion durch eine Herz-Lungen-Maschine aufrecht zu erhalten", erklärte Michael Meyer, Medical Director des ADAC-Ambulance-Service und Oberarzt der Anästhesiologischen Klinik des Uniklinikums Erlangen. "Diese Maschine wiegt eigentlich um die 250 Kilogramm und ist damit für ein Flugzeug zu groß und zu schwer."

Deshalb wurde von der Intensivstation des Leipziger Uniklinikums eine mobile Herz-Lungen-Maschine mitgenommen, eine so genannte ECMO. "Dieses System haben wir zum ersten Mal beim ADAC eingesetzt", so Meyer, "eine Herausforderung für das gesamte Team."

Bernd Donaubauer und Sven Laudi, Oberärzte an der Uniklinik Leipzig, begleiteten das ADAC-Team. "Wir wussten nicht genau, in welchem Zustand wir den Patienten vorfinden. Deshalb haben wir praktisch alles an Technik mitgenommen, was irgend möglich war und uns darauf vorbereitet, den Patienten eventuell vor Ort zu behandeln", so Donaubauer.

Nach dreistündigem Flug kam der Ukrainer wohlbehalten im Universitätsklinikum Leipzig an. Sein Zustand sei jedoch nach wie vor kritisch, hieß es. "Wir werden alles tun, um ihm zu helfen", so Kaisers. "Das war schon eine spektakuläre Verlegung und alles andere als banal", sagte Meyer.

LVZ-Online

Jan Peter

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