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St. Georg Klinikum Leipzig: Kleiner Sender gibt Herzpatienten große Sicherheit

St. Georg Klinikum Leipzig: Kleiner Sender gibt Herzpatienten große Sicherheit

Mehr als 1400 Patienten sind gegenwärtig im Telemedizinischen Kardionetzwerk Westsachsen eingebunden. Dies teilte das Leipziger Klinikum St. Georg jetzt mit. Das Haus hatte den Telemedizinverbund im Januar 2013 etabliert.

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Das Klinikum St. Georg in Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das Projekt wurde vom Freistaat mit 2,67 Millionen Euro aus EU-Mitteln für 2013 und 2014 gefördert. Es sucht bundesweit seinesgleichen und sichere, wie es hieß, mittlerweile in ganz Sachsen die Betreuungs- und Versorgungsqualität von Herz-Kreislauf-Erkrankten mittels eines "telemetrischen Implantates".

Das St. Georg setzt dabei auf sogenannte Home-Monitoring-fähige Geräte wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren und Biomonitore. Sie haben einen kleinen Sender, der automatisch und tagesaktuell alle wichtigen und speziellen Patienten-Parameter drahtlos über ein mobilfunkfähiges Übertragungsgerät (dem Cardio-Messenger) ans Klinikum übermittelt - unter Beachtung des Datenschutzes.

"Zur Auswertung der Daten hat die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin extra ein Monitoring-Center eingerichtet. Speziell geschultes Personal und ein verantwortlicher Kardiologe sichten dort alle Patientendaten. Werden bei einem Herzkranken kritische Werte festgestellt, informiert der Kardiologe umgehend den für die Nachsorge zuständigen Arzt", erläuterte Klinikum-Geschäftsführerin Iris Minde die Vorgehensweise.

Für die am Projekt beteiligten Patienten habe diese Art der Rund-um-die-Uhr-Überwachung erhebliche Vorteile. Sie erlaube es, den Zustand eines Kranken, unabhängig davon, wo er sich gerade aufhalte, jederzeit zu überprüfen, sagte Kardiologie-Chefarzt Andreas Hartmann. So könnten beispielsweise die routinemäßigen Implantat-Nachkontrollen beim niedergelassenen Arzt reduziert werden. "Außerdem werden dank der kontinuierlichen Überwachung Veränderungen schneller erkannt und so Folgeerkrankungen und manche Krankenhaus-Einweisungen vermieden", so Hartmann. Menschen mit Vorhofflimmern zum Beispiel hätten ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Vorhofflimmern sei schließlich eine Herzrhythmusstörung, bei der es zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen und dadurch zu einem folgenschweren Schlaganfall kommen könne. Die Patienten selbst bemerkten jedoch häufig nichts von all dem, die Gefahr bliebe oft unerkannt. Durch ein telemetrisches Implantat sei Vorhofflimmern indes wesentlich früher auszumachen.

Er jedenfalls fühle sich mit solch einem Implantat einfach sicherer, erzählte Herz-Patient Klaus Rudolph seinen behandelnden Medizinern. "Das Wissen, dass meine Werte regelmäßig von Fachleuten gesichtet und ausgewertet werden, beruhigt ungemein. Statt permanent in Angst vor einem möglichen Schlaganfall zu leben, kann ich meinen Alltag wieder genießen", schilderte der Leipziger. Jüngst hatte er während eines Urlaubs in Polen Herzrhythmusstörungen, die er nicht spürte. Der kleine Sender im Implantat machte die Spezialisten im St. Georg auf die kritischen Werte aufmerksam. Rudolph wurde flugs einbestellt - und entsprechend medizinisch versorgt.

Das Telemedizinische Kardionetzwerk Westsachsen vereine inzwischen 33 Kliniken sowie niedergelassene Ärzte in ganz Sachsen. "Wir sind bemüht, eine Betreuung des Projekts jetzt auch nach Auslaufen der Förderung zu gewährleisten", sagte die Geschäftsführerin des Eutritzscher Klinikums; gerade angesichts des demografischen Wandels, der mit steigenden Patientenzahlen einerseits und einer abnehmenden Arzt-Dichte andererseits - vor allem im ländlichen Raum - einherginge. "Mit dem Telemedizinischen Kardionetzwerk kann eine flächendeckende Versorgung sichergestellt und das Gesundheitssystem dauerhaft entlastet werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.01.2015

Angelika Raulien

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