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Bildung Stadtschülerrat wagt sich an Kommunalpolitik
Leipzig Bildung Stadtschülerrat wagt sich an Kommunalpolitik
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15:10 19.05.2015
SPD-Stadtrat Sebastian Walther (links) und Stadtschülersprecher Maximilian Lehmann. Quelle: André Kempner

Zugleich liegt dem Interessenvertretungsorgan aller Leipziger Schüler viel daran, mehr Außenwirkung zu erzielen. Schließlich sind der 17-jährige Engelsdorfer Gymnasiast Lehmann und der mit 25 Jahren derzeit jüngste Stadtrat in der Leipziger Ratsversammlung, Sebastian Walther (SPD), seit gut acht Jahren befreundet. So kam eines zum anderen, das Duo Lehmann und Walther - der selbst im Jahr 2006 sein Abitur an der Engelsdorfer Bildungseinrichtung ablegte - gestern in den Osten der Stadt, um mit der versammelten Jahrgangsstufe 9 über Kommunalpolitik und Schülervertretung zu reden.

Hintergrund: Das Fach Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft (GRW) wird an sächsischen Gymnasien ab Klasse 9 unterrichtet. Lehmann und Walther wollten dem mehr Griffigkeit jenseits des Bücherwissens verleihen und hatten "Partizipation zum Anfassen" über ihren 90-minütigen Unterrichtsblock geschrieben. "Der Stadtrat existiert nicht zur eigenen Belustigung", erklärte der junge SPD-Mann vorab, "auch wenn die Schüler noch keine 18 Jahre sind, können sie schon an vielen Punkten mitspielen." Stichworte wie Petitionen auf dem Boden von Artikel 17 Grundgesetz oder Einwohneranfragen standen dabei weit oben auf Walthers Agenda, der vor 76 Neuntklässlern betonte: "Es ist auch eure Stadt, eure Demokratie!"

Fußnote: Master-Geschichtsstudent Walther kam nicht in Sachen SPD-Werbung an seine frühere Schule, "das wäre auch gar nicht erlaubt", sekundierte sein Kompagnon Lehmann. Stattdessen ging es pragmatisch darum, was der Unterschied zwischen einem Oberbürgermeister und einem Bürgermeister ist, was Ratsvorlagen sind, wer sie stellt, wie die Arbeit von Fraktionen in Ausschüssen funktioniert und was die Kommune mit ihrem jährlichen Haushaltsetat von aktuell etwa 1,3 Milliarden Euro macht. Zum Teil staubtrockener Stoff, von den Referenten jedoch attraktiv verabreicht.

"Eine Stadt ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts", stieg Walther ein, sah in die Gesichter und bemerkte: "Scheint jeder zu wissen, was das ist." Schweigen und Schmunzeln auf den Stühlen, Maximilian Lehmann half nach: "Wir haben uns ein besonders wertvolles, pädagogisches Konzept ausgedacht: Für richtige Antworten gibt es Schokolade." Das half. Darüber, dass Burkhard Jung (SPD) Stadtoberhaupt ist, Heiko Rosenthal (Linke) beispielsweise einer der Bürgermeister, wussten die Schüler schon bestens Bescheid.

"Es ist wichtig, mitzumachen", beschwor Walther das junge Publikum am Ende noch einmal. "In 20 Jahren seid ihr es, die schauen müssen, wie sie Kindertagesstätten und Schulen bauen oder Unternehmen nach Leipzig holen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.11.2013
Kretz, Felix

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