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Bildung Stellenstreichungen an Leipziger Hochschulen: "Dann fallen die Versuche im Labor einfach weg"
Leipzig Bildung Stellenstreichungen an Leipziger Hochschulen: "Dann fallen die Versuche im Labor einfach weg"
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23:08 16.04.2014
Chemiestudent David Langer sieht durch die Stellenkürzungen die Gefahr, dass in den Labors nicht mehr genug Betreuer bereitstehen. Quelle: Peter Endig

"Ich muss mein Studium unbedingt in der Regelzeit schaffen, wenn ich noch ein vielfältiges Lehrangebot nutzen möchte", beklagt der Erstsemestler.

Eigentlich habe er ein Semester im Ausland studieren wollen, sagt Schleiner. Das sei jetzt keine Option mehr. "Ich kann mir auch nicht leisten, das Studium für ein Praktikum zu unterbrechen." Wie er befürchten viele Studenten, dass die Kürzungen an der Uni die Qualität ihrer Ausbildung beeinflussen.

David Langer, Chemiestudent im fünften Semester, sieht durch die angekündigten Stellenstreichungen am Institut für physikalische und theoretische Chemie vor allem den praktischen Teil des Studiums in Gefahr. "Wenn es nicht genug Mitarbeiter gibt, die unsere Experimente im Labor betreuen, dann fallen die Versuche einfach weg", so der 23-Jährige. Viele Inhalte des Studiums begreife man aber erst bei der Labor-Praxis. "Sollte es mit den Kürzungen rapide so weiter gehen, gehe ich für den Master vielleicht an eine andere Uni."

Bis 2020 sollen an der Alma mater über 170 Stellen gestrichen werden. Das Rektorat versucht, die Kommilitonen zu beruhigen. Bis zur avisierten Schließung der Institute für Theaterwissenschaft und klassische Archäologie 2017 sei geplant, die Lehre über befristete Lehraufträge abzusichern. "In diesem Herbst immatrikulieren wir noch einmal in Pharmazie, Theaterwissenschaft und Archäologie - und wir werden sicherstellen, dass die Studierenden ihre Ausbildung ordentlich zu Ende bringen können", sagt Rektorin Beate Schücking.

"An den betroffenen Instituten nimmt das Lehr-Niveau ab, vor allem weil nicht mehr in neue Forschungsprojekte investiert wird", kritisiert Felix Ramberg vom Studentenrat. "Wer nicht rechtzeitig vor der Schließung fertig wird, hat Pech gehabt", meint er. Archäologie-Doktorand Michael Feige will seine Dissertation zu römischen Landvillen lange vor dem Aus seines Institutes fertig haben. Trotzdem befürchtet er Nachteile, wenn schon bald Dozentenstellen wegfallen sollten. Ihm nütze die Zusicherung, die Lehre über kurzfristige Lehraufträge zu sichern, wenig. "Die Leihdozenten kommen nur für die Lehrveranstaltungen. Wenn ich eine Frage habe, sind sie nicht da". Sorge bereitet ihm auch, dass der Bibliotheksetat gekürzt werden könnte. Bisher seien auch Bücher auf Vorschlag der Doktoranden gekauft worden. "Ich weiß nicht, ob diese Unterstützung weiterhin möglich ist".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2014

Nina Schirmer

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